10.10.2013 | Fraunhofer-Institut

Profi-Hacker bedrohen Industrieanlagen

Cyber-Attacken werden immer professioneller.
Bild: elektraVision AG

Bislang haben es Hacker vor allem auf private Computer und Rechenzentren abgesehen - jetzt droht Experten zufolge auch der Industrie Gefahr. Ihre vernetzten Anlagen-Steuerungen würden immer häufiger Ziel von Angriffen.

Industrieanlagen sind immer häufiger Angriffen von Hackern ausgesetzt. Darauf hat die Leiterin des Fraunhofer-Instituts für angewandte und integrierte Sicherheit, Claudia Eckert hingewiesen. Viele Kraftwerke und Chemieanlangen könnten über das Internet inzwischen aus der Ferne gesteuert und gewartet werden. "Damit sind sie aber offen und keine abgeschotteten Systeme mehr", sagte Eckert auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg.

Viele Angriffe auf Netze von Behörden und Ministerien 

Hacker-Angriffe auf Industrieanlagen seien fatal, sagte Eckert. Anders als bei normalen Computern ließen sich die Steuerungen der meist rund um die Uhr laufenden Anlagen nicht mal schnell runterfahren, überprüfen und dann wieder hochfahren. Die Angriffe auf digitale Anlagensteuerungen nähmen in letzter Zeit zu. Die Gefahr sei, dass Hacker die Anlagen sabotierten. Auch Behörden und Ministerien sind nach Angaben des Vizepräsidenten des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik, Andreas Könen, nicht sicher vor Hacker-Angriffen. "Die Zahl der Angriff ist weiterhin hoch. Aber wir wehren praktisch alle ab, die wir sehen", betonte Könen.

Angreifer meist kriminelle Organisationen 

Die wenigsten Angriffe stammten inzwischen von Gelegenheitshackern. Immer häufiger stünden hinter Cyberattacken Organisationen mit kriminellem Hintergrund. "Die meisten Angriffe auf die Computer der Bundesverwaltung gehen aber von organisierten Gruppen oder staatlichen Einrichtungen aus. Es geht also meist um Spionage", sagte Könen. Oft hätten diese Angriffe auf Bundes-Server zum Ziel, vor internationalen Konferenzen bestimmte Papiere auszuspähen.

Bitkom fordert Konsequenzen aus NSA-Affäre 

Der Branchenverband Bitkom verlangte von der künftigen Bundesregierung Konsequenzen aus der NSA-Spähaffäre. Um das Vertrauen der Bürger in die Datensicherheit wieder herzustellen, forderte Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz mehr Transparenz. So sollten IT-Firmen die Öffentlichkeit regelmäßig über die Zahl der Zugriffe staatlicher Stellen auf Kundendaten informieren dürfen. US-Unternehmen sei dies untersagt. Nach einer Bitkom-Umfrage vom Juli hätten zwei Drittel der Bundesbürger Sorge um ihre Daten im Internet.

Schlagworte zum Thema:  Cyberkriminalität, Hacker, Bitkom

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