22.03.2013 | Finanzmarktregulierung

EU kappt Banker-Boni

Die Zeiten üppiger Sonderzahlungen gehen im Bankensektor zu Ende.
Bild: Deutsche Bank AG

Die Zeit üppiger Boni für die Spitzenkräfte großer Banken in Europa ist vorbei: Nach langem Streit kappt die EU die viel kritisierten Sonderzahlungen. Vertreter des Europaparlaments und der EU-Länder einigten sich in Brüssel auf neue Regeln.

„Die umfassendste und wahrscheinlich tiefgreifendste Bankenregulierung in der Geschichte der EU ist damit beschlussfähig“, sagte der Verhandlungsführer des Parlaments, Othmar Karas. Die EU-Kassenhüter und das europäische Parlament in Straßburg müssen dem Kompromiss nun noch formal zustimmen. 

Grundgehalt wird Obergrenze für Sonderzahlungen 

Die Boni dürfen künftig im Normalfall nicht mehr höher sein als das Grundgehalt. In Ausnahmefällen können Geldhäuser ihren Topleuten eine Prämie in doppelter Höhe des Grundgehalts zahlen. Dem müssen allerdings die Eigentümer zustimmen, bei börsennotierten Instituten in einer Hauptversammlung. Eine absolute Grenze für Boni ist nicht vorgesehen. 

Großbritannien leistete lange Widerstand gegen den Kompromiss, war aber letztlich isoliert. Die Briten hatten Anfang des Monats weitere Verhandlungen durchgesetzt. Der Finanzplatz London fürchtet nun um seine internationale Bedeutung. 

Strengere Regeln für Bankensektor

Strittig war bis zuletzt, wie mit später ausgezahlten Boni umgegangen werden soll. Bei einem Viertel der Extrazahlungen kann unter bestimmten Bedingungen ein Inflations- und Risikoausgleich geltend gemacht werden. Damit kann dann die Gesamtsumme etwas höher sein als die Obergrenze von 200 Prozent. 

Zu dem Paket gehören auch strengere Regeln für den Bankensektor. Damit verankert die EU die Bankenrichtlinie „Basel III“. Die Banken sollen dadurch besser gegen künftige Krisen gewappnet sein. Sie müssen deshalb mehr Eigenkapital bereithalten. Bis 2019 soll die Quote 10,5 Prozent erreichen, besonders wichtige Banken müssen noch mehr Geld zurücklegen.

 

Schlagworte zum Thema:  Bonus, Finanzmärkte, EU, Basel III, Sonderzahlung

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