| Finanzkrise

Schäuble schließt Bankenzerschlagung nicht aus

Auch die Deutsche Bank in Frankfurt könnte von einer Aufspaltung betroffen sein.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wolfgang Schäuble schließt eine Zerschlagung von Universalbanken nicht aus. "Wenn es in Europa nachgewiesenen Bedarf für einen solchen Schritt gibt, wird Deutschland sich nicht sperren», sagte der Bundesfinanzminister (CDU).

In Deutschland hingen die Probleme des Finanzsektors allerdings nicht mit der Existenz von Universalbanken zusammen. Da die Pleite eines Finanzinstituts in einem europäischen Nachbarland Auswirkungen für die deutschen Steuerzahler haben kann, lehnt Schäuble die Idee trotzdem nicht ab. "Deshalb möchte ich den Vorschlag, Universalbanken aufzuspalten, auch gar nicht rundweg ausschließen."

Boni langfristig anlegen 

Schäuble betonte, dass man bei der Regulierung der Finanzmärkte schon einiges geschafft habe. Aber es müsse noch mehr getan werden. Als Beispiel nannte er die Vergütung von Managern. "Der Gesetzgeber könnte die Vorschriften verschärfen, die dafür sorgen sollen, dass variable Bezüge nicht mehr kurzfristig ausgezahlt, sondern längerfristig angelegt werden", sagte der Finanzminister.

Deregulierung ging zu weit 

Schäuble gab zu, dass man die Regeln für die Finanzbranche in der Vergangenheit zu sehr gelockert habe. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Opposition aus SPD und Grünen. "Wir alle miteinander sind bei der Deregulierung, die Ende der 90er-Jahre begann, zu weit gegangen. Damals regierte Rot-Grün", so Schäuble. Ein Jahrzehnt später habe man die Finanzmärkte auf Kosten der Steuerzahler retten müssen. "Das war notwendig, um Schlimmeres zu verhindern. Aber wir müssen nun für Regeln sorgen, die eine Wiederholung verhindern."

Konstruktionsfehler des Systems 

Überraschend hatte kürzlich Nikolaus von Bomhard, Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, sich für die Zerschlagung der systemrelevanten Großbanken ausgesprochen. Dass solche Banken auf jeden Fall gerettet werden müssten, sei "ein Konstruktionsfehler des Systems", sagte der Chef des weltgrößten Rückversicherungskonzerns in München. "Ich würde alles so klein machen, dass nichts mehr too big to fail ist", das heißt zu groß zum Scheitern. Dann könnten Banken auch pleitegehen. In Deutschland würde eine solche Aufspaltung vor allem die Deutsche Bank treffen.

 

Schlagworte zum Thema:  Finanzkrise, Boni-Regelung, Deregulierung, Finanzmärkte, Bank

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