| Finanzkrise

DSW kritisiert geplante Finanztransaktionssteuer

Die Regierung will Spekulanten ans Leder.
Bild: Haufe Online Redaktion

Auf Kritik der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) stößt die geplante Einführung einer Finanztransaktionssteuer „Hier werden die Interessen der Privatanleger auf dem politischen Basar verhökert“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler das Vorhaben.

„Das wird eine reine Abkassiersteuer ohne jede ordnungspolitische Lenkungswirkung“, so Tüngler weiter. „Die professionellen Spekulanten, deren Gewinne ja angeblich abgeschöpft werden sollen, werden ihre Aktivitäten demnächst einfach auf steuerfreie Handelsplätze im Ausland verlagern“, warnt der DSW-Chef.

Die Argumente, dass es zu keiner Belastung der Privatanleger kommen solle, hält Tüngler für vorgeschoben. „Dass das für den Bürger fast nichts kosten wird, wurde von der Ökosteuer auch einmal behauptet. Doch die traurige Wahrheit ist: Am Ende zahlt der Privatanleger die Zeche. Wenn nicht direkt, dann eben über erhöhten Gebühren“, ist Tüngler überzeugt.

Hochfrequenzhandel einschränken

Das Ziel, die weiter ausufernden Spekulationen einzudämmen, hält der DSW-Mann dagegen für überfällig. Um das Problem in den Griff zu bekommen, sollte die Politik den Hochfrequenzhandel beschneiden, statt die Anleger zusätzlich zu belasten. Wirklich treffen würde es die Spekulanten und Kurstreiber, wenn jede Order, die sie zu Testzwecken für wenige Millisekunden in den Markt geben, mindestens 0,5 Sekunden im System verharren müsste, bevor sie zurückgezogen werden darf. Denn dann bestünde die Gefahr, dass sie tatsächlich ausgeführt wird. Und genau das wollen die Profispekulanten ja gerade nicht.

Schlagworte zum Thema:  Finanztransaktionssteuer, Börse, Finanzkrise

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