| Fachkräftemangel

Ingenieure - verzweifelt gesucht

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Viele deutsche Unternehmen müssen um jeden verfügbaren Ingenieur kämpfen - der sich verschärfende Mangel an qualifizierten Kräften führt inzwischen zu Milliardeneinbußen. Bundesweit seien derzeit mehr als 110.000 Stellen offen.

Das berichtete der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) auf der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe. Einer gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erarbeiteten Studie zufolge summiert sich der Verlust an Wertschöpfung durch nichtbesetzte Jobs mittlerweile auf knapp acht Milliarden Euro. „Die aktuellen Zahlen sind alarmierend, und der Abwärtstrend setzt sich auch in diesem Jahr fort“, sagte VDI-Chef Willi Fuchs. Seit August 2000 habe die Untersuchung keinen so hohen Mangel an Technikexperten angezeigt.

 Der VDI sieht in dem massiven Mangel qualifizierten Nachwuchses eine ernste Gefahr für den Erfolg der deutschen Schlüsselindustrien wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugbau und Telekommunikation. „Wenn wir die Ingenieurlücke nicht schließen können, wird der weiter fortschreitende Fachkräfteengpass zu einer Bedrohung des Geschäftsmodells Deutschland führen“, warnte auch IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös. Technische Innovationen und die deutsche Exportstärke bei Hightech-Produkten litten unter der Knappheit.

Nirgendwo in Europa sei das Durchschnittsalter von Ingenieuren auf dem Arbeitsmarkt so hoch wie in Deutschland, berichtete der VDI: „21 Prozent, also jeder fünfte erwerbstätige Ingenieur, kommen aus dem Alterssegment 55-plus.“ Die Chancen für den Nachwuchs seien auch deshalb sehr gut, weil viele ältere Kollegen kurz vor dem Ruhestand stünden. „Wir müssen dafür sorgen, dass technische Bildung in den Lehrprogrammen der Schulen verankert wird“, sagte Fuchs. „Ohne diesen Schritt ist die Leistungsfähigkeit unseres Landes nicht zu halten.“

 

Schlagworte zum Thema:  Fachkräftemangel, Ingenieur, Mitarbeiter

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