| Konjunktur

Exporte und kauffreudige Verbraucher beflügeln das Wachstum

Der Export bleibt weiterhin Deutschlands Wachstumstreiber.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Kauflustige Verbraucher und die starke Exportindustrie haben Europas Konjunkturlokomotive Deutschland zum Jahresbeginn wieder in Fahrt gebracht.

Gegenüber dem Vorquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,5 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Nach der Delle zum Jahresende hat die Konjunktur in Deutschland wieder überraschend rasant angezogen. Im Schlussquartal 2011 hatte es für das deutsche BIP mit einem Minus von 0,2 Prozent den ersten kleinen Dämpfer seit der Wirtschaftskrise 2009 gegeben. 

Haupttreiber Binnennachfrage

Ökonomen erwarten, dass sich der Konjunkturaufschwung in den kommenden Monaten zwar verlangsamen, Deutschland aber auf Wachstumskurs bleiben wird. Insgesamt liegen die BIP-Prognosen für das Gesamtjahr zwischen einem halben und über einem Prozent. Die staatseigene Förderbank KfW rechnet sogar mit 1,2 Prozent plus: "Nach einer leichten Verlangsamung im Frühjahr auf plus 0,3 Prozent erwarten wir Quartalszuwächse von knapp 0,5 Prozent bis Ende nächsten Jahres", sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch: "Haupttreiber des Realwachstums dürfte in beiden Jahren die Binnennachfrage sein."

Weltweite Nachfrage nach "Made in Germany"

Am Jahresanfang waren noch die Exporte Wachstumstreiber Nummer eins: Dank der schnell wachsenden weltweiten Nachfrage nach Produkten "Made in Germany" wurden von Januar bis März 2012 preisbereinigt 1,7 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen ausgeführt als im Vorquartal. Da die Importe auf dem Niveau des Vorquartals verharrten, lieferte der Außenhandel insgesamt einen Wachstumsbeitrag von 0,9 Prozentpunkten.

Private Konsumausgaben legen zu 

Auch der Binnenverbrauch stärkte die Konjunktur. Die privaten Konsumausgaben stiegen im Vergleich zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent, die staatlichen Konsumausgaben legten um 0,2 Prozent zu. "Der private Konsum – das jahrelange Sorgenkind – (ist) mittlerweile eine wichtige Säule für das deutsche Wachstum: Durch das "Arbeitsmarktwunder" und relativ hohe Lohnzuwächse haben die deutschen Konsumenten spürbar mehr Geld zur Verfügung", analysierte Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf. Das steigert die Kauflust.

Unternehmen werden vorsichtiger 

Während die Verbraucher den deutschen Boom genießen und munter Geld ausgeben, werden die Unternehmen angesichts der sich wieder zuspitzenden Staatsschuldenkrise vorsichtiger. Die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge wurden im Auftaktquartal um 0,8 Prozent zurückgefahren, die Bauinvestitionen um 1,3 Prozent. Letzteres dürfte zum Teil aber auch auf den kalten Februar zurückzuführen sein. Im Vergleich zum ersten Quartal 2011 legte die Wirtschaftsleistung Anfang 2012 preisbereinigt um 1,7 Prozent zu, auch dank des zusätzlichen Arbeitstages im Schaltjahr 2012. Für das Gesamtjahr 2011 bestätigte das Statistische Bundesamt ein BIP-Wachstum von 3,0 Prozent.

Schlagworte zum Thema:  Export, Konjunktur, Konsum, Nachfrage, BIP

Aktuell

Meistgelesen