19.03.2013 | Existenzgründungen

Der Gründergeist lässt nach

Immer weniger Gründer gehen an den Start.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Zahl der Unternehmensgründungen hat in Deutschland im Jahr 2012 nachgelassen: 775.000 Firmengründer und damit 60.000 weniger als das Jahr wagten den Schritt in die Selbstständigkeit.  

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung der staatlichen Förderbank KfW. Vor allem bei den Vollerwerbsgründern gab es einen starken Rückgang 381.000 auf 315.000 im Jahr 2011. Dies wirkt sich auch auf die Beschäftigungseffekte aus. Durch Neugründungen wurden im Jahr 2012 insgesamt 383.000 vollzeitäquivalente Stellen geschaffen; davon entfielen 212.000 auf die Gründer im Vollerwerb selbst und entsprechend 171.000 auf Arbeitsplätze für angestellte Mitarbeiter.

Höchste Gründungsaktivität in den Stadtstaaten

Im Vergleich zum Jahr 2011 ist dies ein Rückgang um 15 Prozent. Die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze sank auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005. Für die Gründer, die Mitarbeiter einstellen wollen, kann sich die Suche bei der guten Arbeitsmarktlage schwierig gestalten. „Gründer konkurrieren mit etablierten Bestandsunternehmen um qualifizierte Mitarbeiter und natürlich sind ihre neuen Unternehmen noch nicht markterprobt. Aber sie können ihre Flexibilität und Mitgestaltungsmöglichkeiten für Mitarbeiter in die Waagschale werfen und so ihre Attraktivität als Arbeitgeber herausstellen“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Die höchste Gründungsaktivität zeigt sich in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. In diesen Ballungsräumen profitieren die Gründungswilligen von Agglomerationseffekten wie nahen Wegen und geringen Transportkosten bei großen lokalen Absatzmärkten. Danach folgen im Block die westdeutschen Bundesländer (außer dem Saarland) und dann die neuen Bundsländer. Das Saarland und Brandenburg bilden in dieser Reihenfolge das Schlussduo.

Schlagworte zum Thema:  Gründer, Existenzgründung, KfW-Bank

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