27.09.2013 | Kooperation über Grenzen

EU-Kommission will regionale Strombörsen besser vernetzen

Die EU-Kommission will Strombörsen besser vernetzen.
Bild: PhotoDisc Inc.

Die EU-Kommission will grenzenlosen Stromhandel an Europas Energiebörsen erleichtern. Dies soll mit einer elektronischen Plattform geschehen, wodurch der Stromfluss künftig durch ganz Europa gelenkt werden könnte

Entsprechende Pläne bestätigte eine Sprecherin der EU-Kommission. Das Kalkül der Kommission: Durch europaweiten Handel könnten sich die Kosten für Ökostrom reduzieren. Denn bei starkem Wind oder praller Sonne verfällt der Preis für die grüne Energie, weil sich kaum Abnehmer finden. Ein größerer Handelsraum in der ganzen EU könnte das ändern. Die "Frankfurter Allgemeine" hatte berichtet, dass die Brüsseler Behörde eine einheitliche europäische Strombörse schaffen will. Dem widersprach die Kommission. Angedacht seien nur eine bessere Kooperation bereits bestehender Börsen, etwa der Leipziger Strombörse EEX und des skandinavischen Handelsplatzes Nord Pool.

Einsparungen von vier Milliarden Euro jährlich 

Europas Energiemarkt ist noch immer national geprägt, auch weil es an grenzüberschreitenden Hochspannungsleitungen mangelt. Als Gegenmittel zu hohen Strompreisen will die Kommission Europas Energiebinnenmarkt bis Dezember 2014 vollenden, also einen Stromfluss ohne Hürden ermöglichen. Gemeinsame Strombörsen-Regeln sollen dabei helfen, dieses politische Ziel doch noch zu erreichen. Die Kommission verwies auf Studien, wonach das neue System ein Einsparpotenzial von jährlich mindestens vier Milliarden Euro hätte. Die Brüsseler Behörde will ihre Pläne zur neuen EU-Stromplattform am Donnerstag Vertretern der Mitgliedstaaten vorstellen. Anschließend sind weitere Treffen geplant. Die Staaten müssen zustimmen. Grünes Licht für das neue Netzwerk-Regelwerk wird es wohl erst 2014 geben.

Schlagworte zum Thema:  EU-Kommission, Ökostrom, Strombörse, Vernetzung

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