04.06.2013 | Telekom-Bremse

EU-Kommission will Netzneutralität gesetzlich verankern

Die EU will mit der Netzneutralität Gleichbehandlung für alle Anbieter im Internet erreichen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die EU-Kommission will den Grundsatz der Netzneutralität europaweit zum Gesetz machen. Das Internet brauche Wettbewerb, Transparenz und Auswahlmöglichkeiten für Verbraucher, betonte die zuständige Kommissarin Neelie Kroes in einer Rede vor EU-Parlamentariern.

Netzneutralität bedeutet, dass alle Daten im Netz gleich behandelt, dass keine Web-Anbieter beim Transport der Datenpakete bevorzugt oder benachteiligt werden. Damit dürften zum Beispiel Telekommunikationsanbieter die konkurrierenden Internet-Telefoniedienste in ihren Netzen nicht mehr behindern, wie Kroes, die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, betonte. Zugleich sollen die Telekom-Firmen nach Vorstellungen der EU weiterhin die Möglichkeit haben, unterschiedliche Surf-Geschwindigkeiten oder Datenpakete zu gesonderten Tarifen anzubieten.

Geplante Telekom-Bremse in der Kritik

In Deutschland wurde über Netzneutralität zuletzt im Zusammenhang mit den Plänen der Deutschen Telekom für eine Tempo-Bremse im Festnetz diskutiert. Sie will ab dem Jahr 2016 teurere Flatrates anbieten oder die Surf-Geschwindigkeit kappen, wenn die festgelegte Obergrenze bei der Datenmenge überschritten wird. Zugleich hatte die Telekom angekündigt, dass der hauseigene Fernsehdienst Entertain nicht bei der Berechnung des Datenverbrauchs berücksichtigt werden solle. Deshalb warfen ihr Kritiker einen Verstoß gegen die Netzneutralität vor. Seit Wochen dauert der Protest gegen das jetzt als "Drosselkom" attackierte Unternehmen an. Die Telekom erklärt, Entertain sei ein gesondert regulierter und bezahlter Mediendienst und könne deswegen anders als Online-Videoangebote behandelt werden.

Schlagworte zum Thema:  EU, EU-Kommission, Netzneutralität, Gesetzentwurf, Deutsche Telekom, Internet, Mobiles Internet

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