| E-Mobilität

Industrie will mehr Anreize für Elektroautos

Die Bundesregierung will die E-Mobilität fördern.
Bild: Kurt F. Domnik ⁄

Zu teuer, zu geringe Reichweite, zu wenig Ladestationen: Es gibt noch viele Probleme bei der Elektromobilität. Bei einem erneuten Elektroauto-"Gipfel" hält die Bundesregierung dennoch an ihren Zielen fest.

Trotz massiver Probleme bei Elektroautos sieht die Bundesregierung Fortschritte bei der Zukunftstechnologie. In den vergangenen Jahren sei viel erreicht worden, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bei einer Konferenz zur Elektromobilität in Berlin. Allerdings sei manches schwieriger als gedacht. Wenn es aber erst in der Breite ein Angebot gebe, werde die Nachfrage auch steigen. Statt Skepsis sei "Begeisterung" notwendig. Ramsauer sowie Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigten das Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen. Bisher sind nur einige Tausend zugelassen. Die deutschen Autobauer wollen bis Ende kommenden Jahres 16 neue E-Modelle auf den Markt bringen, bisher sind nur wenige erhältlich. Französische und japanische Autobauer sind bei E-Autos sowie Hybridfahrzeugen mit einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor bisher weiter.

Regierung: Prämien sind nur ein Strohfeuer  

Bei der Konferenz mit mehreren Bundesministern und Top-Managern der Autoindustrie wollte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Stand der Technik informieren. Kaufprämien, wie es sie in anderen Ländern gibt, lehnte die Bundesregierung erneut ab. Solche Prämien würden nur ein "Strohfeuer" entfachen und keinen großen Sprung nach vorne bringen, sagte Rösler. Die Produkte müssten sich am Markt durchsetzen. Notwendig seien zudem europäische und weltweite Standards. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, derzeit hätten es Elektroautos im Wettbewerb mit herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor noch "verdammt schwer". Dies liege vor allem an den hohen Kosten und der geringen Reichweite. E-Autos müssten aber für die Kunden sichtbar und erfahrbar sein. Ein Baustein dafür sei Carsharing mit E-Autos.

Bessere Abschreibungsmöglichkeiten gefordert  

Die Automobilindustrie investiert Milliarden in Forschung und Entwicklung von Elektroautos. Gleichzeitig aber steckt der europäische Automarkt aber in einer schweren Absatzkrise. Noch sei der Markt auf einem niedrigen Niveau, verzeichne aber hohe Zuwachsraten, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann. "Mit den richtigen Rahmenbedingungen könnte die Zahl der verkauften Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren deutlich erhöht werden." Wissmann forderte unter anderem bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen, wenn sie E-Autos anschaffen. Daimler-Chef Zetsche forderte mehr staatliche Anreize für Elektroautos. Mit Blick auf laufende Verhandlungen über strengere CO2-Grenzwerte in der EU forderte Zetsche, Elektroautos müssten für die Gesamtbilanz der Hersteller-Flotten stärker angerechnet werden. Dies sei ein Anreiz für die Autobauer, die E-Mobilität noch stärker voranzutreiben.

Steuerförderung für E-Autos liegt auf Eis  

Konkret geht es um sogenannte "Supercredits". Umfang und Dauer dieser Boni für Elektroautos sind aber umstritten. Bis Ende Juni soll es in der EU eine Einigung über strengere CO2-Grenzwerte geben. Unterstützung erhielt Zetsche von Rösler: "Supercredits" wären ein "enormer Beitrag" für die Elektromobilität, die Bundesregierung werde dafür kämpfen. Zetsche forderte außerdem, E-Autos dürften bei der Besteuerung von Dienstwagen nicht benachteiligt werden. Dabei geht es um einen "Nachteilsausgleich". Die seit langem geplante Steuerförderung für Elektroautos als Dienstwagen liegt aber seit Monaten auf Eis. Grund ist ein Bund-Länder-Streit über das Jahressteuergesetz 2013 - Teil des Gesetzespakets sind weitere Steueranreize für Elektroautos als Dienstwagen.

Schlagworte zum Thema:  Elektroauto, E-Mobilität, Steuervorteil, Boni

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