05.01.2012 | Wirtschaft & Märkte

DIW: Nach Konjunkturdelle wächst die Wirtschaft wieder

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) durch die Euro-Schuldenkrise zeitweise ausgebremst. Vor allem zum Jahresbeginn 2012 dürfte die deutsche Wirtschaft demnach sogar leicht schrumpfen, für das Gesamtjahr sei nur mit einem Wachstum von 0,6 Prozent zu rechnen. Ab dem Sommer dürfte die größte europäische Volkswirtschaft wieder deutlich an Schwung gewinnen.

"Nachdem die deutsche Wirtschaft 2011 noch um kräftige drei Prozent gewachsen ist, sind die Aussichten für 2012 durch die Krise im Euroraum überschattet", schreibt das Institut in einem am Mittwoch veröffentlichten Ausblick. Vor allem zum Jahresbeginn 2012 dürfte die deutsche Wirtschaft demnach sogar leicht schrumpfen, für das Gesamtjahr sei nur mit einem Wachstum von 0,6 Prozent zu rechnen.

 

Neuer Schwung im Sommer

Zuletzt hatte das DIW im vergangenen Oktober noch ein Wachstum von 1,0 prognostiziert. Der Aufschwung werden aber nur "kurzzeitig unterbrochen", hieß es weiter. Ab dem Sommer dürfte die größte europäische Volkswirtschaft wieder deutlich an Schwung gewinnen.

 

Aufholwachstum 2013

"Dank des ab dem Sommer diesen Jahres einsetzenden Aufholwachstums rechnen wir für 2013 wieder mit einem Wachstum von 2,2 Prozent", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Die Aufholjagd der deutschen Wirtschaft werde aber nur gelingen, "wenn die Politik die Krise im Euroraum in den nächsten Monaten überzeugend in den Griff bekommt", warnte Fichtner.

 

Kaum Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Im Fall einer wirksamen Eindämmung der Euro-Schuldenkrise erwarten die DIW-Experten ab der Jahresmitte eine deutliche Belebung der deutschen Exporte und auch die Inlandsnachfrage werde sich kräftiger entwickeln. Dann dürften auch die Auswirkungen der Konjunkturdelle auf den Arbeitsmarkt nach Einschätzung des DIW Berlin begrenzt bleiben.

 

Kleines Plus bei den Erwerbstätigen

Die DIW-Experten rechnen in der ersten Hälfte 2012 zwar zunächst mit einem leichten Rückgang der Beschäftigung. "Mit vermehrter Kurzarbeit und dem Abbau der inzwischen wieder gut gefüllten Arbeitszeitkonten werden die Unternehmen den Rückgang bei der Zahl der Beschäftigten aber abfedern können", so DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die auflebende Wirtschaft die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessern. Insgesamt erwartet das DIW im Jahresdurchschnitt 2012 ein kleines Plus bei der Zahl der Erwerbstätigen und eine Arbeitslosenquote "leicht über der Sieben-Prozent-Marke".

 

Euro-Krise darf nicht zu lange anhalten

Sollte die Euro-Schuldenkrise allerdings länger andauern, wird das nach Einschätzung des DIW negative Folgen für den bisher außerordentlich robuste Arbeitsmarkt haben. Im schlimmsten Fall drohe eine "Negativ-Spirale aus steigender Arbeitslosigkeit und fallender Nachfrage", warnte Fichtner. Nach Einschätzung des DIW wäre in einem solchen Fall auch "eine spürbaren Rezession" in Deutschland nicht ausgeschlossen.

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