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DIW fordert milliardenschweres Investitionsprogramm

In den Straßenbau müssen Milliarden Euro investiert werden, meint das DIW.
Bild: Rainer Sturm ⁄

Um Deutschlands Straßen, Schienen und Brücken zu modernisieren, plädiert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für ein Investitionspaket im Umfang von jährlich 75 Milliarden Euro.

In den vergangenen Jahren sei die deutsche Infrastruktur vernachlässigt worden, heißt es demzufolge in einer Studie, die das DIW in dieser Woche veröffentlichen will. Die Investitionslücke, die Staat und Wirtschaft seit Ende der 1990er Jahre zugelassen hätten, belaufe sich jährlich auf eine Größenordnung von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). So habe sich ein Erneuerungsbedarf von einer Billion Euro aufgestaut. Einen großen Teil der erforderlichen Investitionen solle der Staat bereitstellen. Die Mittel dafür sind nach Einschätzung der Forscher vorhanden.

Eine der niedrigsten Investitionsraten global 

"Mit einem solchen Paket könnten wir unser Wachstumspotenzial mittelfristig von 1,0 auf 1,6 Prozent erhöhen", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Durch höhere Importe würde Deutschland so auch der Euro-Zone helfen. "Über die europäische Produktionskette stützen wir dann auch die Konjunktur in Spanien oder Italien." Mangelnde Investitionen gefährdeten letztendlich auch den Wohlstand in Deutschland, warnte Fratzscher. In einem Gastbeitrag der "Wirtschaftswoche" schreibt er: "Kaum ein Land investiert so wenig wie Deutschland. Die Investitionen relativ zur Wirtschaftsleistung sind von 20 Prozent 1999 auf 17 Prozent 2012 gefallen, eine der niedrigsten Quoten global", warnt Fratzscher.

 

Schlagworte zum Thema:  Infrastruktur, Straßenbau, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW, Investition, Bruttoinlandsprodukt

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