| Forschungsinstitut DIW

Deutsche Wirtschaft schaltet einen Gang runter

Die deutsche Industrieproduktion wird weiter wachsen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Forschungsinstitut DIW sieht die deutsche Wirtschaft trotz Schuldenkrise und Finanzmarktstress weiter auf Kurs. Nach dem überraschend starken Auftaktquartal dürfe der Aufschwung im zweiten Vierteljahr anhalten, heißt es in einer veröffentlichten Studie.

Großen Optimismus halten die Wirtschaftsforscher jedoch nicht für angebracht. Das DIW-Konjunkturbarometer zeigt mit 0,3 Prozent ein im Vergleich zur Vorquartal leicht gedämpftes Tempo an. In ihrer letzten Prognose hatten die Ökonomen noch ein Wachstum von 0,4 Prozent hervorgesagt. "Die Unternehmensstimmung hat sich zuletzt zwar eingetrübt, die Industrie wird ihre Produktion aber wohl weiter ausdehnen", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Nach dem kräftigen witterungsbedingten Plus am Bau werde die Produktion dort sogar deutlich über dem Niveau des ersten Quartals liegen.

Kaum noch Zuwächse bei der Beschäftigung 

"Kräftige Zuwächse bei der Beschäftigung, wie wir sie in den vergangenen Monaten gesehen haben, sind aber vorerst kein Thema", sagt DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. Dafür hätten die Unternehmen auch im ersten Quartal zu deutliche Produktivitätseinbußen hinnehmen müssen. Einen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt erwarten die Konjunkturforscher aber nicht. "Unterm Strich dürfte die Lage auf dem Arbeitsmarkt den Konsum weiter stützen", sagte Fichtner weiter. Vor allem die kräftigen Lohnabschlüsse dürften die verfügbaren Einkommen der Haushalte spürbar anschieben. Einen erneut deutlichen Impuls vom Außenhandel werde es aber im laufenden Quartal nicht geben. "Die deutschen Unternehmen profitieren zwar weiterhin von den kräftig wachsenden Schwellenländern, aber die Ausfuhren in die Länder der Eurozone bleiben wegen der Krise vorerst gedämpft", so Junker.

Schlagworte zum Thema:  Konjunktur, Beschäftigung, Produktivität, Arbeitsmarkt, Außenhandel

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