| Digitalisierung

Neue Plattform für Industrie-Software

Industrie-Software von Trumpf soll Produktionsprozesse steuern.
Bild: Haufe Online Redaktion

Angesichts der wachsenden digitalen Vernetzung der Industrieproduktion baut der Maschinenbauer Trumpf einen neuen Geschäftsbereich auf. Der Spezialist für Werkzeugmaschinen und Laser hat ein Startup namens Axoom mit 20 Mitarbeitern gegründet, das eine Plattform für Software zur Planung von Produktionsabläufen anbietet.

"Wir werden damit zum Provider eines Betriebssystems», sagte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller gestern. Der Begriff "Industrie 4.0" bezeichnet die zunehmende Digitalisierung der Produktion. Darunter versteht man Kommunikation zwischen Maschinen, aber auch den Einsatz von Robotern und Bauteilen, die Informationen zu ihrer Verarbeitung auf Chips bei sich tragen. Die Entwicklung macht den verstärkten Einsatz von Software nötig. Auf der neuen Plattform sollen wie in einem App-Store Programme für die industrielle Produktion sowohl von Trumpf als auch von anderen Herstellern angeboten werden. So sollen Industrieunternehmen ganze Produktionsabläufe abbilden und sich auch mit Lieferanten und Kunden vernetzen können. "Für uns steht fest, dass wir die Smart Factory nicht Dritten überlassen werden", sagte Leibinger-Kammüller.

Eigene Finanzierungsbank

Trumpf hatte seine Fühler in den vergangenen Jahren in verschiedene Richtungen ausgestreckt. Nach der Übernahme des chinesischen Maschinenbauers JFY gründete der Maschinenbauer 2014 eine eigene Bank, um Käufern seiner Maschinen die Finanzierung zu erleichtern. In dem bis Ende Juni dauernden Geschäftsjahr 2014/2015 hatte Trumpf seine Erlöse trotz mauer Geschäfte im russischen Markt um 5 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gesteigert. Unterm Strich steigerte das Unternehmen dank des Verkaufs der Medizintechnik-Sparte seinen Gewinn um gut 40 Prozent auf 270,8 Millionen Euro. China ist nach Deutschland inzwischen Trumpfs wichtigster Einzelmarkt mit einem Umsatzanteil von 14 Prozent. Obwohl hier zuletzt ein leichter Auftragsrückgang zu spüren war, soll der Umsatzanteil in zehn Jahren auf 25 Prozent steigen.

Für das laufende Geschäftsjahr ist der Maschinenbauer nur verhalten optimistisch. "Es wird ein anspruchsvolles Jahr werden", sagte Leibinger-Kammüller. Geopolitische Krisen und Vorfälle wie der VW-Skandal machten das Geschäft aber wenig planbar. Trumpf macht etwa 15 Prozent seines Geschäfts mit der Autobranche, weniger als 10 Millionen Euro Umsatz direkt mit VW. Allerdings würde sich ein harter Sparkurs der Wolfsburger auf die Zulieferer und damit Trumpfs Kunden auswirken, sagte Leibinger-Kammüller. Man hoffe, trotzdem das Niveau zu halten.

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Schlagworte zum Thema:  Industrie, Produktionsprozesse, Software, Digitalisierung

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