14.12.2011 | Wirtschaft & Märkte

Die Franchise-Branche wächst und wächst

Die deutschen Franchise-Systeme wachsen weiterhin stärker als die Gesamtwirtschaft. 143.000 Betriebe in 945 Systemen erzielten im Jahr 2011 mit rund 82,4 Milliarden Euro 6,6 Prozent mehr Umsatz als im Jahr zuvor, berichtete bei einer Veranstaltung in Bonn der Unternehmensberater Felix Peckert, Chef des Mediendienstes Forum Franchise und Systeme.

Damit fällt das Wachstum etwas geringer aus als im Jahr 2010, als der Umsatz um 13,6 Prozent wuchs. Die rund 110.000 Franchise-Partner, so Peckert, beschäftigen inzwischen mehr als 710.000 Mitarbeiter, 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

Zehn Jahre Rückstand zu den USA

„Jeder dritte Franchise-Partner betreibt bereits mehr als einen Betrieb. Es ist fest damit zu rechnen, dass die Filialisierungsquote in den kommenden Jahren weiter zunimmt und Franchise-Partner auf diese Weise stabile und wirtschaftlich starke regionale Unternehmen am Markt aufbauen werden“, zeigte sich Peckert optimistisch. Allerdings räumte der Experte ein, dass die deutsche Franchise-Wirtschaft im internationalen Vergleich gegenüber den USA und Japan um zehn bis 15 Jahre im Rückstand sei. So müssten die deutschen Systembetreiber noch lernen, dass es lohnend sei, bei einem funktionierenden Kerngeschäft weitere Marken aufzubauen und den Unternehmergeist der Partner und Nehmer zu fordern und zu fördern.

 

Systeme zukunftfähiger machen

Für die kommenden fünf Jahre erwartet Peckert eine leicht schrumpfende Systemlandschaft; von daher forderte er die Betreiber auf, ihre Systeme zukunftsfähig zu machen und innovationsfreudig zu führen. Ein Problem der Branche sei weiterhin der Gewinn kompetenter, stark unternehmerisch denkender Partner, da bei guter Konjunktur der Anreiz, in ein gut bezahltes Angestelltenverhältnis zu gehen, größer sei als sich selbstständig zu machen.

 

Dienstleister liegen vorn

In der Branchenaufteilung der Franchise-Wirtschaft liegen die Dienstleister mit 37,3 Prozent weiterhin vorn, erlitten aber einen Rückgang um 4,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2010. Aufgeholt haben der Handel mit 33,3 Prozent (plus 3,8 Prozent) und das Handwerk mit 11,2 Prozent (plus 6,6 Prozent). Fast gleich blieb der Anteil von Gastronomie, Touristik und Freizeit mit 18,2 Prozent.

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