05.09.2013 | Internationaler Vergleich

Deutschland im Wettbewerbsindex ganz vorn

Die gute Infrastruktur ist mitentscheidend für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Deutschland hat sich in der Spitzengruppe der global wettbewerbsfähigsten Staaten vom sechsten auf den vierten Platz vorgearbeitet. Die Bundesrepublik steht damit erneut besser da als die USA.

Das sei vor allem durch die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen erreicht worden, erklärte das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Genf zur Veröffentlichung seines Wettbewerbsindex 2013. Als das konkurrenzfähigste Land der Welt weist die WEF-Studie - bereits zum fünften Mal hintereinander - die Schweiz aus, gefolgt von Singapur. Finnland verteidigte Rang drei und erwies sich damit wie im Vorjahr noch vor Deutschland als die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Eurozone.

Ausgezeichnete Infrastruktur 

Der Bundesrepublik bescheinigen die WEF-Experten eine hohe Flexibilität und Innovationskraft seiner Wirtschaft sowie eine ausgezeichnete Infrastruktur. Gelobt wird in der Studie, dass deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich viel für Forschung und Entwicklung ausgeben. Probleme habe Deutschland hingegen durch einen vergleichsweise unflexiblen Arbeitsmarkt. "Die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, Wohlstand zu generieren, ist immer stärker von Innovation abhängig", erklärte WEF-Chef Klaus Schwab. Im globalen Wettbewerb werde man in absehbarer Zeit "nicht mehr zwischen Industriestaaten und weniger entwickelten Ländern unterscheiden, sondern stattdessen von innovationsreichen und innovationsarmen Ländern sprechen".

Schlechtes Abschneiden südeuropäischer Länder 

Die Wirtschaft der USA gehört laut WEF nach einem vierjährigen Abwärtstrend wieder zu den effektivsten der Welt und ist führend bei der Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen bis zur Marktreife. Im Wettbewerbsindex verbesserten sich die USA gegenüber 2012 um zwei Plätze auf Rang fünf. Grund zur Sorge bietet nach Ansicht der WEF-Experten das erneut schlechte Abschneiden einiger südeuropäischer Länder - darunter Portugal auf dem 51. und Griechenland als EU-Schlusslicht auf dem 91. Platz von insgesamt 148 untersuchten Ländern. In der Europäischen Union besteht damit immer noch eine große Kluft zwischen wettbewerbsstarken Ländern - zur Spitzengruppe gehören auch Schweden (Rang sechs), die Niederlande (acht) und Großbritannien (zehn) - und schwachen Volkswirtschaften, die auf den Weltmärkten nur geringe Chancen haben.

Zwölf einheitliche Kriterien für Bewertung 

Japan kletterte vom zehnten auf den neunten Platz. China hielt sich im WEF-Index auf Rang 29 und schnitt damit wieder deutlich besser ab, als die anderen sogenannten BRICS-Staaten. Unter diesen büßte Brasilien acht Ränge ein und kam auf Platz 56. Russland konnte um drei Plätze auf Rang 64 vorrücken. Indien kam auf Platz 60, Südafrika auf Platz 53 - jeweils eine leichte Verschlechterung um einen Rang. Das Länder-Ranking erfolgte nach zwölf einheitlichen Kriterien - darunter die Innovationsfähigkeit der Unternehmen, die staatlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, der Zustand der Finanzmärkte, die Infrastruktur und das Bildungswesen. Die für die Studie erforderlichen Daten wurden von 160 wirtschaftswissenschaftlichen Instituten und Statistikbehörden zusammengetragen.

 

Schlagworte zum Thema:  Wettbewerbsfaktor, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsfähigkeit, Innovationskraft, Infrastruktur, Weltwirtschaftsforum

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