12.12.2013 | Forschungsausgaben

Firmen investieren Rekordsummen in FuE

Deutsche Forschungs- und Enwicklungsausgaben auf Rekordhoch.
Bild: Haufe Online Redaktion

Deutsche Unternehmen haben 2012 so viel Geld in Forschung gesteckt wie nie zuvor. Der Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung liegt bereits an der Zielmarke des neuen Koalitionsvertrags. Aus Sicht von Wirtschaftsforschern ist das aber nicht genug.  

Die Forschungsinvestitionen deutscher Unternehmen haben 2012 ein neues Rekordhoch erreicht. Nach Angaben des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft lagen die Ausgaben im vergangenen Jahr bei 53,8 Milliarden Euro - das waren 5,3 Prozent mehr als 2011. Auch personell stockten die Firmen auf: Die Zahl der Vollzeitjobs für Forschung und Entwicklung (FuE) stieg um 2,9 Prozent auf insgesamt über 367.000 Stellen.

Mittelstand hat wenig Anteil an Forschungsaufwendungen

Zusätzlich zu den eigenen Aktivitäten vergaben die Firmen externe Forschungsaufträge im Wert von 12,8 Milliarden Euro, etwa an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen – ein Plus von 3,8 Prozent.  Der Großteil der Investitionen stammte aus der Industrie: 86 Prozent der Ausgaben kamen 2012 vor allem aus dem Fahrzeugbau, der Elektrobranche, dem Maschinenbau sowie der Chemie- und Pharmaindustrie. Allein die Auto- und Lastwagenbauer erhöhten ihre internen Forschungsaufwendungen den Angaben zufolge um 6,4 Prozent. Innovationstreiber waren vor allem Energieeffizienz und -management, der Klimaschutz sowie neue Steuerungs- und Antriebstechnologien in der Automobilbranche.  Der Mittelstand hatte wenig Anteil an den gesamten Forschungsaufwendungen. Gut drei Viertel kamen von Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern.

Ziel der neuen Koalition bereits erreicht

Neben der Wirtschaft steckten auch Hochschulen (plus 6,0 Prozent) und staatliche Forschungsinstitute (plus 4,8 Prozent) im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld in Forschung und Entwicklung. Nach Angaben des Bildungsministeriums lagen die FuE-Ausgaben damit in Deutschland insgesamt bei knapp 80 Milliarden Euro.  Die Quote der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft als Anteil am Bruttoinlandsprodukt stieg im Vorjahresvergleich leicht von 1,97 auf 2,02 Prozent. Zusammen mit den von 0,94 auf 0,96 Prozent ebenfalls erhöhten staatlichen Aufwendungen beträgt die FuE-Quote nun insgesamt 2,98 Prozent. Damit ist das im Koalitionsvertrag der möglichen neuen Bundesregierung vereinbarte Ziel, drei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung für Forschung und Entwicklung einzusetzen, knapp erreicht.

BDI fodert stärkeres staatliches Engagement

Aus Sicht des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) ist das sogenannte 3-Prozent-Ziel der Bundesregierung langfristig jedoch kein Maßstab. Deutschland dürfe sich nicht an Europa orientieren. Mit Südkorea (4,02 Prozent) oder Japan (3,38 Prozent) sei die internationale Konkurrenz im Technikbereich noch ein ganzes Stück entfernt. Auch China werde in einigen Jahren an die Weltspitze vorstoßen.  Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte ein stärkeres staatliches Engagement. Eine hohe Innovationsleistung der Unternehmen sei kein Selbstläufer. Wie in den meisten OECD-Staaten längst üblich, brauche auch Deutschland eine steuerliche Forschungsförderung für Unternehmen aller Größenklassen, sagte Dieter Schweer, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung.

Schlagworte zum Thema:  Forschung und Entwicklung

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