23.03.2012 | Wirtschaft & Märkte

Cloud-Computing: Die Angst vor Datendiebstahl sitzt tief

Bei IT-Experten herrscht immer noch eine große Skepsis gegenüber der Datenspeicherung im Internet. Aus Angst vor Spionage oder Datenverlust verweigern sich die meisten Unternehmen den Services netzbasierter Speicherdienste. Dies offenbart die Befragung des jüngsten BUW-Expertenmonitors unter 100 IT-Leitern mittelständischer Unternehmen im Nachgang zur Cebit.

Eine klare Abfuhr erteilen Unternehmen dem Expertenmonitor zufolge der Cloud, wenn es um Geschäftsgeheimnisse geht. 94 Prozent würden als sensibel eingestufte Daten nicht in externen Speichern ablegen. Dementsprechend glauben auch nur sieben der 100 Befragten, Daten seien in der Cloud sicherer aufgehoben als auf dem eigenen Firmenserver. Gut zwei Drittel der IT-Verantwortlichen fürchten Datenspionage, 50 Prozent sorgen sich gar vor Informationshehlerei. 42 beziehungsweise 27 der 100 interviewten Experten sehen Datenverlust oder Virenbefall als konkrete Gefahr in der Cloud, und immerhin acht Prozent befürchten Zugriffsprobleme im Falle unzureichender Internetverbindungen.

Schlussfolgerung: Die Servicedienstleister müssten noch erheblich an ihrem Image feilen, denn nur 38 Prozent der befragten IT-Spezialisten vertrauten Cloud-Diensten in Puncto Datenschutz. Daran habe auch der öffentliche Aufmarsch der Branche auf der diesjährigen Cebit nichts geändert. Nur einer der Umfrageteilnehmer hatte nach der weltgrößten Computermesse eine andere Meinung über Cloud Computing als zuvor. Unabhängige und validierte Auszeichnungen, wie etwa das BSI-Zertifikat ISO 27001 auf der Basis von IT-Grundschutz, können Auftraggebern eine wichtige Orientierung bei der künftigen Wahl eines Outsourcing-Partners geben.

Auch mit Blick auf mögliche Ersparnisse durch externe Datenspeicherung können gängige Cloud-Services noch nicht punkten. Viele der Befragten schätzen die Kosten eigener und externer Speicher als etwa gleich hoch ein. Völlig unakzeptabel finden die Unternehmen werbefinanzierte Speicher – zumindest für den Businessbereich – wie sie derzeit von Google und Microsoft angeboten werden.

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