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Familienunternehmen schätzen den Standort Deutschland

Viele Familienunternehmen spüren den Fachkräftemangel.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mehr als 50 Prozent der größten Familienunternehmen in Deutschland bewerten ihre wirtschaftliche Lage laut einer aktuellen Befragung als gut bis sehr gut. Für die nächsten zwölf Monate sinken die Erwartungen allerdings.

72 Prozent der befragten Familienunternehmen gaben an, dass die Planungssicherheit durch die Eurokrise gesunken ist. Über 80 Prozent der Familienunternehmer stellen dem Standort Deutschland ein gutes Zeugnis aus. Das sind einige zentrale Ergebnisse der aktuellen Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland – Herbstbefragung 2012“, der Deutschen Bank, des BDI und des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn. Dazu wurden im Spätsommer 2012 405 der 4.400 größten Familienunternehmen in Deutschland befragt.

Künftige Versorgungssicherheit bereitet Sorge

Mehr als zwei Drittel der industriellen großen Familienunternehmen stufen ihre Abhängigkeit von einer zuverlässigen Stromversorgung als hoch bis sehr hoch ein. Aktuell wird die Versorgungssicherheit mit Strom am Standort Deutschland als gut beurteilt. Die Zukunft sehen die Familienunternehmer allerdings kritisch: So erwarten 38 Prozent in drei Jahren eine nur noch ausreichende bis mangelhafte Versorgungssicherheit. „Familienunternehmer stehen nach wie vor zum Standort Deutschland. Damit das auch weiterhin so bleibt, muss die Energiewende unbedingt wirtschaftlicher gestaltet werden, als bisher geschehen. Außerdem muss das Vertrauen hinsichtlich der Zukunft der der Eurozone dringend wieder hergestellt werden“, so Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschuss anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Planungssicherheit beeinträchtigt
Gerade die exportorientierten Familienunternehmen sehen ihre Planungssicherheit durch die Eurokrise beeinträchtigt. 72,1 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Planungssicherheit gesunken sei. Die Möglichkeiten der Kreditaufnahme sind während der Eurokrise hingegen nahezu unverändert geblieben. Eine Kreditklemme, wie sie in anderen Euroländern droht oder bereits eingetreten ist, gibt es nicht. Dieser Befund der offiziellen Statistiken wird durch die Ergebnisse der Befragung untermauert. So gaben nahezu drei Viertel der Befragungsteilnehmer an, dass infolge der Eurokrise keine Auswirkungen auf die Möglichkeit der Kreditaufnahme zu spüren sind. "Die Banken stehen den Familienunternehmen als Finanzierungspartner zur Seite", so Jürgen Fitschen, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank.

Familienunternehmen spüren Fachkräftemangel

Mehr als die Hälfte aller befragten Familienunternehmen hat Schwierigkeiten bei der Besetzung freier Stellen (56,4 Prozent), insbesondere von Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung. „Die industriellen Familienunternehmen haben zudem Probleme offene Ingenieurstellen zu besetzen“, so Prof. Frank Wallau, Institut für Mittelstandsforschung. Dies obwohl die größten Familienunternehmen sich mehrheitlich als attraktive Arbeitgeber sehen. Neun von zehn Familienunternehmen bieten ihren Mitarbeitern nach eigenen Angaben eine hohe bis sehr hohe Arbeitsplatzsicherheit. Darüber hinaus bieten 93 Prozent der Befragten ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge. Die am häufigsten angebotene Form (62,7 Prozent) ist eine gemischte Form der Entgeltumwandlung, in der sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber Beiträge einzahlen.

Die Studie erhalten Sie im Internet unter dem folgenden Link: bdi.eu

Schlagworte zum Thema:  Familienunternehmen, Fachkräftemangel, Untersuchung, Studie, Bundesverband der Deutschen Industrie, Kredit

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