20.01.2012 | Wirtschaft & Märkte

BDI: Ein Prozent Wachstum möglich

Die deutsche Industrie ist beim Wirtschaftswachstum optimistischer als die Bundesregierung und viele Ökonomen. Der Industrieverband BDI hält in diesem Jahr in Deutschland ein Konjunkturplus von mindestens einem Prozent für möglich.

Die Konjunkturabschwächung sei kein Anlass für überzogene Sorgen, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel in Berlin. „Aus realwirtschaftlicher Perspektive besteht für eine erneute Krise kein Anlass. Die deutsche Industrie ist stark.“ Die meisten Ökonomen rechnen für das Jahr 2012 mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaft zwischen 0,4 und 0,8 Prozent, die Bundesregierung erwartet ein Plus von 0,7 Prozent.

„Wir halten mehr für durchaus möglich - wenn das Jahr 2012 ohne gravierende externe Schocks verläuft und die Politik die erforderlichen Weichen richtig stellt“, sagte Keitel. „Dann dürfen wir damit rechnen, dass die deutsche Wirtschaft ab der zweiten Jahreshälfte wieder Fahrt aufnimmt. Dann ist die Eins vor dem Komma möglich.“ Er wolle die aktuelle Lage nicht schönreden, sagte Keitel. Zwar gebe es Risiken. Aber eine krisenhafte Zuspitzung sei keineswegs zwangsläufig. Der Schlüssel zum Abbau der Verschuldung im Euro-Raum liege in der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und nicht in weiteren Konjunkturprogrammen. Private Investitionen müssten attraktiver werden.

Keitel kritisierte erneut den Streit in der Bundesregierung über Zuständigkeiten bei der Energiewende. Zu oft bleibe unklar, wofür Wirtschafts- oder Umweltpolitik, wofür Bund oder Länder die Verantwortung tragen. „Dieser Konkurrenzkampf, wer für Energie zuständig ist, muss aufhören. Er ist unangemessen und entspricht nicht dem Ernst der Lage.“ Der BDI fordert ein Kontrollzentrum Energiestrategie Deutschland. Dort müssten alle Fragen zur Energiewende gebündelt werden. „Auf dieses Projekt schaut die ganze Welt. Wir haben überhaupt kein Interesse daran, dass es scheitert», sagte Keitel. „Wir wollen, dass es zu einem Exportschlager wird - für neues Wachstum und neue Beschäftigung in Deutschland.“

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