21.03.2013 | Neue Kontrolle für 6.000Kreditinstitute

Bankenaufsicht für Eurozone kommt

Die Banken stehen bald unter strenger Beobachtung einer EU-Kontrollinstanz.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mitten in der zyprischen Finanzkrise haben sich EU-Staaten und Europaparlament auf die gemeinsame Bankenaufsicht für die Eurozone geeinigt. Die neue Kontrollinstanz soll schrittweise bis März 2014 bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgebaut werden.

„Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne, der die Eurozone stärker macht“, sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier in Brüssel.  Die einheitliche Kontrolle für Geldhäuser der Eurozone ist ein zentraler Baustein einer europäischen Bankenunion - sie soll die Finanzbranche sicherer machen. «Wir hätten mit einem solchen Mechanismus viele Krisen vermeiden können», sagte Barnier. «Mit der EZB hätten wir auch für Zypern die aktuelle Lage verhindern können.

Parlament hat Mitspracherecht

Es fallen laut EU-Kommission etwa 6.000 Banken der Eurozone direkt oder indirekt unter die neue Aufsicht. Direkt von der EZB kontrolliert werden sollen nach früheren Angaben davon etwa 140 bis 150 Institute, darunter etwa 25 in Deutschland. Dazu zählen dürften Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank und die großen Landesbanken. Sparkassen und Genossenschaftsbanken werden weiter national beaufsichtigt.

Die Volksvertreter im europäischen Parlament setzten ein Mitspracherecht bei der Besetzung des Chefpostens beim neuen Aufsichtsausschuss bei der Zentralbank durch. In dem „Supervisory Board“ sitzen Vertreter der nationalen Aufsichtsbehörden und der EZB. Dort sollen Entscheidungen vorbereitet werden - seien es Kapitalvorgaben für einzelne Banken, personelle Weichenstellungen oder im schlimmsten Fall die Schließung eines wankenden Instituts. Barnier unterstrich, dass die nationalen Aufseher bleiben werden.

Schlagworte zum Thema:  Bankenaufsicht, Finanzkrise, EU

Aktuell

Meistgelesen