11.12.2015 | Außenhandel

Schwellenländer bremsen deutsche Exporte

Die Konjunktur der Schwellenländer bremst deutsche Exporte.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Konjunkturflaute in den Schwellenländern belastet zunehmend Deutschlands Exporteure. Dank der steigenden Nachfrage aus den EU-Ländern und den USA steuern sie dennoch auf ein Spitzenjahr zu.  

Der schwache Euro und die Konjunkturerholung in Europa halten die deutsche Exportwirtschaft auf Rekordkurs - jedoch bremst die Flaute in Schwellenländern wie China die Ausfuhren immer stärker. Das Exportplus schrumpft seit Monaten stetig, in diesem Jahr war es bisher nur im Januar kleiner. "Nach einem Sommerhoch startet der Außenhandel eher verhalten in das Schlussquartal 2015", sagte Anton F. Börner, Präsident des Außenhandelsverbands BGA. Insgesamt stiegen die Ausfuhren im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent auf 106,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Importe legten binnen Jahresfrist um 3,0 Prozent auf 83,8 Milliarden Euro zu. Gegenüber dem September gingen die Ausfuhren nach einem starken Vormonat jedoch wieder um 1,2 Prozent zurück, die Einfuhren sanken kalender- und saisonbereinigt um 3,4 Prozent. Bankvolkswirte hatten mit kleineren Rückgängen von 0,6 Prozent bei den Exporten und von 1,0 Prozent bei den Importen gerechnet.

Schwache Konjunktur der Schwellenländer

"Die schwache Entwicklung der Warenausfuhr im Oktober nach der kurzfristigen Erholung im Vormonat hat tendenziell gezeigt, dass die Konjunkturschwäche in den Schwellenländern weiterhin Wirkung zeigt", sagte Ökonom Stefan Kipar von der BayernLB. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW, sieht gar einen "Herbst-Blues beim Außenhandel: Die recht dynamische Entwicklung der Ex- und Importe hat in der zweiten Jahreshälfte einen Dämpfer erhalten." Die Entwicklung laufe parallel zur schwachen Konjunktur in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Allerdings betonte Zeuner: "In diesen Ländern ist 2016 geringfügige Besserung in Sicht. Die jüngeren Daten zu den außereuropäischen Auftragseingängen deuten bereits eine stärkere Nachfrage aus dem Ausland an."

Schlagworte zum Thema:  Export, Außenhandel

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