10.07.2012 | Außenhandel

Exportwirtschaft auf Rekordkurs

Allen Unkenrufen zum Trotz - deutsche Produkte bleiben im Ausland gefragt.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die deutsche Exportwirtschaft ist nach einem Dämpfer im Mai wieder auf Rekordkurs. Die deutschen Ausfuhren legten im Monatsvergleich im Juni dank der steigenden Nachfrage aus aller Welt überraschend deutlich um 3,9 Prozent zu.

Das ist das stärkste monatliche Plus seit März 2011. Wie das Statistische Bundesamtam Montag in Wiesbaden mitteilte, verkaufte die deutsche Wirtschaft im Mai Waren im Wert von 92,5 Milliarden Euro ins Ausland. Damit wird deutlich: Die Schuldenkrise im Euroraum kann den Höhenflug der Exportwirtschaft nicht stoppen, auch wenn in einigen Branchen rückläufige Auftragseingänge zu verzeichnen sind.

 Die Einfuhren kletterten im Mai sogar um 6,3 Prozent auf 77,2 Milliarden Euro und damit so kräftig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 15,3 Milliarden Euro nach 14,6 Milliarden Euro zwölf Monate zuvor. Im Jahresvergleich stiegen die Ausfuhren im Mai um 0,5 Prozent, während die Einfuhren 0,2 Prozent nachgaben. Dabei hinterlässt die Krise in Europa zwar Bremsspuren: Die Exporte in den Euroraum sanken seit Mai 2011 um 2,3 Prozent, in die EU insgesamt gingen sie um 1,5 Prozent zurück. Doch gleichzeitig konnte die wettbewerbsfähige deutsche Exportwirtschaft in Drittländern um 3,4 Prozent zulegen.

Zuwächse in Schwellen- und Entwicklungsländern

Im Mai überstieg der Ausfuhrwert in Drittstaaten mit 38,9 Milliarden Euro den Wert der Ausfuhren in die Euroländer um mehr als drei Milliarden Euro. Auch wenn die sogenannten Boomländer zuletzt selbst etwas an Dynamik verloren: Von Januar bis April - neuere Länderdaten liegen den Statistikern noch nicht vor - legten die deutschen Exporte nach China um 6,8 Prozent, nach Indien um 5,4 Prozent, nach Brasilien um 14,9 Prozent und nach Russland sogar um 16,3 Prozent zu.

Diese vier Staaten kauften von Januar bis April deutsche Produkte im Wert von mehr als 41 Milliarden Euro. In die 16 Partnerländer im Euroraum wurden im selben Zeitraum Waren für 141 Milliarden Euro geliefert, Tendenz sinkend.

„Das Wachstum der deutschen Ausfuhren beruht weiterhin auf der Dynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern“, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton F. Börner. Die Bedeutungsverlagerung der Absatzmärkte, die bereits vor der Eurokrise begonnen habe, setze sich fort: „Für die deutschen Exporteure nimmt Europa in der Tendenz langfristig an Bedeutung ab.“

Schlagworte zum Thema:  Außenhandel, Konjunktur, Export

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