14.12.2011 | Wirtschaft & Märkte

Arbeitskosten in Deutschland nur gering gestiegen

Arbeit ist in Deutschland teurer geworden, aber der Anstieg ist nicht so stark wie in den meisten anderen EU-Staaten. Das geht aus einer Studie hervor, die die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Berlin vorgestellt hat.

Danach stiegen die Arbeitskosten in den EU-Ländern im vergangenen Jahr um durchschnittlich 1,7 Prozent, in Deutschland nur um 0,6 Prozent. Irland und Griechenland seien im Jahr 2010 die einzigen Euro-Länder mit einem noch geringeren Plus gewesen.

 

Deutschland im Mittelfeld

Bei den Arbeitskosten - die sich aus Bruttolöhnen und Lohnnebenkosten zusammensetzen - liege Deutschland mit 29,10 Euro pro Stunde weiter im oberen Mittelfeld aller EU-Staaten. Der Abstand zu den Spitzenreitern Belgien (38,20 Euro), Dänemark (37,60 Euro) und Schweden (36,00 Euro) habe sich im Jahr 2010 aber vergrößert.

 

Ungleichgewicht in der Euro-Zone

Dies habe zu einer Rekordentwicklung bei den deutschen Exporten beigetragen, damit aber auch gleichzeitig das wirtschaftliche Ungleichgewicht in der Euro-Zone gefördert, heißt es in einer Analyse des Instituts für Markroökonomie (IMK) bei der Böckler-Stiftung.

 

IMK-Direktor warnt

Deutschland könne seine Leistungsbilanzüberschüsse nicht immer weiter steigern, warnte IMK-Direktor Gustav A. Horn. "Denn das geht in einer Währungsunion zulasten seiner Nachbarn, die wichtige Handelspartner sind.» Die Fixierung vieler Arbeitgeber auf geringe Lohnkosten sei daher «ein Rezept mit schweren Nebenwirkungen".

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