13.09.2013 | Energiewende

Arbeitgeber fordern Stopp für neue Wind- und Solaranlagen

Konventionelle Kraftwerke rentieren kaum noch.
Bild: PhotoDisc Inc.

Das Arbeitgeberlager fordert ein Moratorium für neue Windräder, damit die Energiekosten nicht weiter ausufern. Auch die Stadtwerke machen Druck: Die Politik habe sie einst ermuntert, in neue Kraftwerke zu investieren, jetzt rechneten sich die Anlagen aber nicht mehr.

Wegen der weiter steigenden Strompreise hat Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ein Moratorium für neue Windräder und Solaranlagen gefordert. "Die Subventionierung der erneuerbaren Energien und der Einspeisevorrang müssen begrenzt werden. Ich plädiere für einen Förderstopp für neue Windräder und Photovoltaik-Anlagen", sagte Hundt. Zudem sei eine Senkung der Stromsteuer ein möglicher Weg, um den Strompreis zu dämpfen. Er forderte einen nationalen Konsens für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) direkt nach der Bundestagswahl.

Massiv gefallene Börsenstrompreise 

Per Umlage zahlen Unternehmen und Verbraucher die Förderung von Ökoenergie über den Strompreis mit. Dies wird 2014 von derzeit rund 5,28 Cent auf knapp 6,5 Cent je Kilowattstunde steigen und pro Durchschnittshaushalt dann rund 225 Euro im Jahr ausmachen. Allerdings ist der Anstieg nicht primär auf neue Windräder und Solaranlagen zurückzuführen, sondern auf massiv gefallene Börsenstrompreise. Gibt es aber im Verkauf weniger Geld für den Ökostrom, wächst automatisch die Differenz zu den auf 20 Jahre zugesicherten, festen Vergütungssätzen - und damit die Umlage.

VKU: Förderung der Erneuerbaren zu hoch 

Das Hauptproblem ist, dass die Förderkosten sich inzwischen auf 20 Milliarden pro Jahr summieren und es in der Vergangenheit immer wieder zu Überförderungen gekommen ist, die jetzt noch jahrelang weiter bezahlt werden müssen. Die Förderung der erneuerbaren Energien sei viel zu hoch, sagte Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) der Deutschen Presse-Agentur. Die Förderpolitik führe dazu, dass der Markt nicht mehr funktioniert, sagte Reck. Im VKU sind rund 700 der etwa 900 deutschen Stadtwerke organisiert. Rund 400 Geschäftsführer und Vorstände von Stadtwerken diskutieren derzeit in Dresden auf ihrem Kongress über die Energiewende.

Konventionelle Kraftwerke für Winter notwendig 

"Der Strompreis ist dadurch so niedrig, dass viele hocheffiziente Kraftwerke, etwa in Darmstadt oder Hannover, nicht mehr rentabel betrieben werden", sagte Reck. Die Politik habe von den Stadtwerken verlangt, in konventionelle Kraftwerke zu investieren - auch um die Stromversorgung zu sichern, wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht. Jetzt ließen die Politiker die kommunalen Energieversorger im Stich. Durch immer mehr Ökostrom und die gesunkenen Börsenpreise rentieren sich viele Kraftwerke derzeit kaum. Daher strebt die Politik nach der Bundestagswahl nicht nur eine Reform bei dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zur Begrenzung der Kosten an, sondern Ziel ist es auch ein neues Marktdesign, dass konventionelle Kraftwerke am Netz hält - sie werden gerade im Winter benötigt.

Schlagworte zum Thema:  Energiewende, Kraftwerk, Strompreis, Moratorium, Erneuerbare Energien

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