24.01.2014 | Zahlungssystem

Bundesbank pocht auf rasche SEPA-Umstellung

Die Bundesbank will eine rasche SEPA-Umstellung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die EU-Kommission gibt Unternehmen und Vereinen sechs Monate mehr Zeit für die Umstellung auf das europäische Zahlungssystem SEPA. Bundesregierung, Bundesbank und deutsche Kreditinstitute drängen dagegen trotz Fristverlängerung  auf eine rasche Umstellung.

Unternehmen, Vereine und öffentliche Verwaltungen sollten die Umstellung auf das neue einheitliche Zahlungssystem in Europa (SEPA) zeitnah abschließen, erklärten Bundesbank und Bundesregierung in Berlin nach einem Treffen des SEPA-Rates. Ziel müsse es sein, möglichst alle Zahlungen bis zum 1. Februar 2014 auf die SEPA-Formate umzustellen, heißt es.

Verlängerung in Deutschland unnötig

Zuvor hatten die Brüsseler Botschafter der 28 EU-Staaten eine Vereinbarung mit dem Europaparlament gebilligt, wonach die Übergangsfrist für das neue Zahlungssystem SEPA um sechs Monate verlängert werden soll. Geldtransfers von Unternehmen und Vereinen im bisherigen Format sind damit noch bis 1. August möglich. Berlin und Notenbank hatten dies bereits kritisiert und darauf verwiesen, dass eine Verlängerung in Deutschland unnötig sei. Die EU-Kommission hatte die Fristverlängerung vorgeschlagen, um ein Zahlungschaos in Europa zu vermeiden. Das Europaparlament und der EU-Ministerrat müssen die Vereinbarung im Februar offiziell billigen. Für Verbraucher ändert sich durch den Vorschlag der EU-Kommission nichts. Sie können wie bisher Kontonummer und Bankleitzahl bis zum 1. Februar 2016 nutzen.

Vorschlag hebt SEPA-Verordnung nicht auf

SEPA steht für "Single Euro Payments Area" - einen einheitlichen Zahlungsraum in Euro. Der Deutsche Sepa-Rat bringt den Angaben zufolge Vertreter der Kreditwirtschaft und der Endnutzer zusammen. Den Vorsitz haben Bundesbank und Bundesfinanzministerium. Das Gremium habe darauf hingewiesen, dass der Verordnungsvorschlag das Enddatum 1. Februar 2014 für die SEPA-Verordnung nicht aufhebe. Auch bleibe es dabei, dass bei SEPA-Zahlungen in Deutschland ab dem 1. Februar 2014 der BIC (Business Identifier Code) nicht mehr angegeben werden müsse. Diese Zahlungen könnten dann allein mit der IBAN (International Bank Account Number) erfolgen, hieß es.

Erteilte Einzugsermächtigungen bleiben wirksam

Die deutsche Kreditwirtschaft werde Voraussetzungen schaffen, dass Banken und Sparkassen notfalls noch solche Zahlungen abwickeln können, die von Unternehmen, Vereinen und öffentlichen Verwaltungen nach dem 1. Februar 2014 im Altformat eingereicht werden, hieß es. In diesen Fällen erfolge die Zahlungsabwicklung auf Grundlage aller bis zum 31. Januar 2014 bestehenden vertraglichen Vereinbarungen. Auch bereits erteilte Einzugsermächtigungen blieben wirksam, wird in der Mitteilung betont. Ob Kundeneinreichungen im Altverfahren angenommen werden, entscheide die jeweilige Bank. Das Lastschriftverfahren per Abbuchungsauftrag werde aber zum 1. Februar 2014 eingestellt, heißt es weiter.

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