03.07.2014 | Top-Thema Working Capital Management: Die Bank im eigenen Haus

3. Vorratsmanagement: Durchblick ist Geld wert

Kapitel
In Lagerhaltung und Bevorratung liegt viel Einsparpotenzial.
Bild: Haufe Online Redaktion

Lager kosten Geld, sowohl die Immobilien, deren Unterhaltung und ihr Betrieb als auch das eingesetzte Personal. Bei der Lagerhaltung und den Vorräten lässt sich mancher Euro sparen.

Der Einkauf setzt auf Mengenrabatte. Die Produktion strebt möglichst große Volumina und Lose an, um teure Maschinenstillstände und Umrüstungen zu vermeiden. Der Materialwirtschaftler geht auf Nummer Sicher und plant lieber höhere Bestände ein, damit es nicht zu Fehlmengen kommt. Allerdings kommt die Bevorratung zu groß eingekaufter oder zu viel produzierter Warenbestände ein Unternehmen teuer zu stehen.  Zudem entstehen Preisrisiken. Bei Produkten mit hohem Rohstoffanteil sind aufgrund der regelmäßigen Marktschwankungen Ergebnisauswirkungen von bis zu drei Prozent des Umsatzes möglich.

Gesamte Wertschöpfungskette analysieren

Eineinhalb Monate beträgt bei mittelständischen Unternehmen die durchschnittliche Lagerreichweite. Betriebs- und Hilfsstoffe werden nach gängiger Praxis sogar ein Jahr und länger bevorratet. Natürlich ist es wenig sinnvoll, Lagerstände willkürlich zu senken. Denn daraus resultieren Ausfallrisiken in der Produktion oder eine Verschlechterung der Lieferfähigkeit an den Endkunden. Vielmehr gilt es das Wertschöpfungssystem in seiner Gesamtheit zu optimieren. Dazu gehören vor allem der strategische Einkauf und eine effiziente Nachschublogistik. Ein professioneller Einkauf arbeitet mit möglichst wenigen Lieferanten zusammen, was zwei entscheidende Vorteile hat: Er kann Verhandlungsmacht ausspielen und die Nachschub-Logistik verbessern. „Flexibel-Order-Contracte“ zum Beispiel sehen häufigere, bedarfsangepasste Lieferungen vor, ohne dass dies Einfluss auf die durch Mengenbündelung erzielten Konditionen hat.

Optimale Umschlagshäufigkeit ermitteln

Die optimale Umschlagshäufigkeit erreicht ein Unternehmen, indem es regelmäßig seine gesamte Prozesskette – vom Einkauf über die Produktion bis zum Vertrieb – überprüft. Eine gründliche Analyse identifiziert Lagerhüter, Bodensätze und zu großzügige Sicherheitsbestände. Nach Identifizierung der „Bestandstreiber“ lässt sich nach den Ursachen forschen. Dies können zum Beispiel Absatzschwankungen oder Sicherheitsbevorratungen aufgrund langer Beschaffungszeiten eines Artikels oder wegen der Unzuverlässigkeit eines Zulieferers sein. Die dadurch geschaffene Transparenz ermöglicht es, die Wirtschaftlichkeit einzelner Sortimente nach Deckungsbeiträgen zu überprüfen. Eine wichtige Maßnahme ist – so weit wie möglich – die Standardisierung beziehungsweise Modularisierung. Halbfabrikate binden in der Regel das meiste Kapital.

Vorratsmanagement:

  • Aufbau einer Produktions- und Absatzplanung
  • Regelmäßige Kontrolle
  • Reduzierung von Halbfabrikaten
  • Just-in-Time-Fertigung und -Lieferung
  • Flexible Anpassung der Bestellmengen
  • Konsolidierung von Lieferanten
  • Einführung von Konsignationslagern
  • Aussonderung und Abverkauf

> Buchtipp: Working Capital Management-Liquidität freisetzen ohne Nebenwirkungen

> Mit Haufe Controlling Office haben Sie alle Informationen zur Hand, die Sie zum zuverlässigen Planen, erfolgreichen Steuern und sicheren Kalkulieren brauchen.

Schlagworte zum Thema:  Working Capital Management, Deckungsbeitrag

Aktuell

Meistgelesen