03.07.2014 | Top-Thema Working Capital Management: Die Bank im eigenen Haus

2. Verbindlichkeiten: Zahlungsziele richtig ausnutzen

Kapitel
Bestellte Waren zum optimalen Zeitpunkt bezahlen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Viele Unternehmen bezahlen ihre Rechnungen zu früh und entziehen dem Betrieb dadurch unnötig Barmittel. Dies geschieht sehr häufig bei kleinen inhabergeführten Firmen, die Wert auf ihren Ruf als "besonders solider Geschäftspartner und schneller Zahler" legen.

Anderen fehlt das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der eigenen Buchhaltung. Sie befürchten, dass es aus Unachtsamkeit zu Überziehungen kommt und Säumniszuschläge fällig werden.

Vorsicht bei "selbstbewilligten" Lieferantenkrediten

Es ist legitim, fällige Eingangsrechnungen zu einem „optimalen“ Zeitpunkt zu bezahlen. Doch muss das Kreditorenmanagement exakt austariert werden. Dafür bedarf es allerdings einer leistungsfähiger Buchhaltungs-IT. Mit ihrer Hilfe können teure Versehen vermieden und Zins- beziehungsweise Skontovorteile exakt ausgerechnet werden. Egal wie das Ergebnis ausfällt: Selbst wenn es einmal eng wird, sollte man nie ohne Abstimmung die Zahlungsziele eigenmächtig verlängern. Der „selbstbewilligte“ Lieferantenkredit ist oft nur auf den ersten Blick billig. Zahlungsverzögerungen führen in der Regel zu ungünstigeren Einkaufskonditionen und beschädigen den Ruf der Firma. Wenn die Verbindlichkeiten eine gewisse Größenordnung erreicht haben, droht sogar ein Lieferstopp. Der Lieferant weiß in jedem Fall, was er an seinem Kunden hat. Deshalb sollte das Gespräch und eine partnerschaftliche Lösung gesucht werden. Eine gute Kommunikation ist das A und O.

Konditionen schriftlich vereinbaren

Wenn ein Auftrag vorfinanziert werden muss, ist man womöglich auf einen Lieferantenkredit angewiesen. Dieser kann in einem Verzicht auf Vorauszahlungen oder in Zahlungsaufschüben bestehen. Die Konditionen werden mündlich oder schriftlich vereinbart und es werden Sicherungsabreden getroffen. Allerdings sind bei Lieferantenkrediten die Zinsen relativ hoch, so dass auch hier sorgfältig mit den eigenen Kontokorrentzinsen und möglichen Skontovorteilen abgewogen werden muss. Umgekehrt ist der Lieferant auf das Entgegenkommen seines Kunden angewiesen, wenn er eine Warenkreditversicherung abschließt. Dies kann zu Anfragen von Kreditversicherern oder Factoringunternehmen über die Qualität der Geschäftsbeziehung führen.

Längeres Zahlungsziel bei Neuaufträgen

Bei Neuaufträgen lassen sich Zahlungsziele vereinbaren, die fünf bis zehn Tage über dem Durchschnitt liegen. Besonders in Zeiten anziehender Konjunktur sind viele Lieferanten zur großzügigen Regelungen bereit. Schließlich wollen sie sich von dem Kuchen ein großes Stück abschneiden. Guten Karten hat natürlich, wer sich auf wenige Lieferanten konzentriert. Das entsprechend größere Geschäftsvolumen stärkt die eigene Verhandlungsposition beträchtlich.

Kreditorenmanagement:

  • Optimierung der Buchhaltung
  • Verhandlung längerer Zahlungsfristen
  • Abwägung von Skontovorteilen
  • Gute Kommunikation
  • Konzentration auf wenige Lieferanten

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Schlagworte zum Thema:  Working Capital Management

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