03.07.2014 | Top-Thema Working Capital Management: Die Bank im eigenen Haus

1. Außenstände: Besseres Management füllt die Firmenkasse

Kapitel
Lieferungen und Leistungen sollten schneller und häufiger fakturiert werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Durch ein professionelles Debitorenmanagement lässt sich das Volumen der Außenstände erfahrungsgemäß um 30 bis 50 Prozent reduzieren.

Ausrechnet die anziehende Konjunktur bereitet vielen Unternehmen Liquiditätsprobleme. Zurzeit müssen mittelständische Firmen im Durchschnitt 34 Tage auf ihr Geld warten. Ihre Kunden benötigen Geld für Investitionen und um neue Aufträge zu finanzieren und zögern die Bezahlung der Rechnungen hinaus. Seit Jahresbeginn wird die Zahlungsmoral kontinuierlich schlechter. Durch ein professionelles Debitorenmanagement lässt sich das Volumen der Außenstände erfahrungsgemäß um 30 bis 50 Prozent reduzieren.

Zahlungsziele "aus alten Tagen"?

Allerdings geht nicht jeder finanzielle Engpass bei den Barmitteln auf das Konto säumiger Kunden. Vor allem in kleineren Unternehmen bestehen Defizite im kaufmännischen Bereich. Weil die Firmenleitungen zu nahezu 100 Prozent ins Tagesgeschäft eingebunden sind, fehlt ihnen die Zeit für ein strategisches Liquiditätsmanagement. Unternehmensberater stellen immer wieder verblüfft fest, dass manche erst am Monatsende ihre Rechnungen schreiben oder gegenüber langjährigen Kunden mit Zahlungszielen aus "alten Tagen" arbeiten, die längst hätten angepasst werden müssen. Zudem werden Inkassomaßnahmen viel zu spät eingeleitet.

Inkassomaßnahmen sorgfältig abwägen

Drei organisatorische Maßnahmen führen schnell zu deutlichen Verbesserungen. Zum einen müssen erbrachte Lieferungen und Leistungen schneller und häufiger fakturiert werden. Als zweites gilt es die Buchhaltung besser mit dem Vertrieb zu verzahnen. Dieser hat den direkten Kontakt zu etwaigen Problemzahlern und kann deren Situation am besten beurteilen. Die dritte Maßnahme ist eine genaue Analyse des Forderungsportfolios nach Kundenwertigkeiten wie Umsatzgrößen und -erwartungen sowie nach Risikoklassen. Auf dieser Grundlage lassen sich Entscheidungen über etwaige Inkassomaßnahmen sorgfältig abwägen. Eine vorschnelle Eskalation bedeutet im Worstcase das Ende einer – bei genauerem Hinsehen – womöglich tragfähigen Geschäftsbeziehung. Zumal ja auch die Gewinnung neuer Kunden einiges an Aufwand erfordert.

Factoring prüfen

Eine weitere Möglichkeit, den Bestand an Barmitteln zu erhöhen, ist das Factoring beziehungsweise der Forderungsverkauf. Es gibt verschiedene Varianten. Ein Unternehmen sollte über diese Finanzierungsalternative und in Frage kommende Partner informiert sein, um im Fall eines Falles darauf zurückgreifen zu können.

Forderungsmanagement:

  • Bonitätsprüfungen von Kunden
  • Verkürzung von Zahlungszielen
  • Skonti als Anreiz für kurzfristige Zahlung
  • Einführung von kundenbezogenen Kreditlimits
  • Optimierung der Rechnungsverfolgung
  • Sensibilisierung des Vertriebs
  • Mehr Barverkäufe (branchenabhängig)
  • Factoring

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