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Rente soll das Ehrenamt versüßen

Wer sich ehrenamtlich beispielsweise bei der Feuerwehr engagiert, soll bei der Rente besser gestellt werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Sie betreuen Kinder, pflegen Alte und löschen Brände - ehrenamtliche Helfer sind aus unserer Gesellschaft kaum wegzudenken. Der Leiter des niedersächsischen Wirtschaftsinstituts, Stephan Thomsen, fordert deshalb eine Rente für die Freiwilligen.

Ehrenamtliches Engagement muss sich nach Ansicht von Stephan Thomsen, Geschäftsführer des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW), im Alter bezahlt machen. "Freie Wohlfahrtspflege, Jugendbildung, Feuerwehr - das sind alles Leistungen, die die Gesellschaft erwartet und die unentgeltlich erbracht werden", sagte Thomsen im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Die Leistung sollte aber auch gesellschaftliche Wertschätzung nach sich ziehen."

Gesellschaftlich relevante Dienste anrechnen 

Seine Idee: Das Ehrenamt mit Rentenansprüchen für die Helfer wieder attraktiver machen. "Die Menschen arbeiten immer länger, um im Alter nicht in die Armutsfalle zu rutschen", sagte der NIW-Chef. Da bleibe nur noch wenig Raum für Fußballverein oder Feuerwehr. Seine Freiwilligen-Rente soll diese Konkurrenz zwischen Ehrenamt und Erwerbsarbeit abfedern. Die Idee kam Thomsen im Gespräch mit dem niedersächsischen Deutschen Roten Kreuz, dass in der Wohlfahrtspflege händeringend nach Helfern sucht. Dabei sollen vor allem gesellschaftlich relevante Aufgaben wie Freiwillige Feuerwehr und Schöffendienst auf die Rente angerechnet werden. Der Karnevalsverein sei zwar auch Ehrenamt, habe aber eine andere Qualität, meinte der Professor.

An Mini-Jobbern orientieren 

Die Höhe der zusätzlichen Versorgungsansprüche soll sich an den Rentenansprüchen der Mini-Jobber orientieren: "Wenn man 40 Jahre tätig war, würde sich eine zusätzliche Rente von etwa 140 bis 180 Euro im Monat ergeben", sagte Thomsen. "Gerade Arbeitslose stellen sich damit im Alter besser, auch wenn sie keinen Job finden." Das Rentenplus werde aber reiner Anreiz bleiben. "Ehrenamt bleibt Ehrenamt", ist der Wirtschaftsprofessor überzeugt. "Keiner wird 40 Jahre Ehrenamt machen, nur um diese Rente zu generieren."

Finanzierung aus dem Steuertopf 

Finanziert werden soll die zusätzliche Rente aus dem Steuertopf. "Das ist natürlich viel Geld, aber das ist auch eine gigantische Wertschöpfung, die für die Gesellschaft erbracht wird", rechtfertigte Thomsen seinen Vorschlag. Und wer seine Ansprüche nicht will, könne darauf verzichten oder das Geld der Organisation stiften, bei der man sich engagiert. Der Wirtschaftsprofessor will seinen Vorschlag am 30. Mai auf der Präsidialkonferenz des Roten Kreuzes in Berlin vorstellen.

Schlagworte zum Thema:  Ehrenamt, Rente

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