25.11.2013 | Weißgeldstrategie

Die Schweiz gibt das Bankgeheimnis auf

Bei den Banken am Züricher Paradeplatz soll künftig eine ungewohnte Transparenz herrschen.
Bild: Vektorpixel ⁄

Die Schweiz bereitet sich aktiv darauf vor, künftig steuerlich relevante Bankkundendaten automatisch mit den Finanzbehörden anderer europäischer Länder auszutauschen.

Dazu strebe die Regierung in Bern einen Rahmenvertrag mit der EU an, erklärte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Bei den Verhandlungen dazu soll es auch um die Beilegung von Forderungen aus der Vergangenheit gehen. Schweizer Banken hatten jahrzehntelang unversteuerte Vermögen von Deutschen und anderen Ausländern in Milliardenhöhe verwaltet und Informationen dazu unter Hinweis auf das eidgenössische Bankgeheimnis verweigert.

Neue Weißgeldstrategie

Nach Druck der USA und der EU beschloss die Schweiz eine "Weißgeldstrategie" zur Anpassung ihrer Finanzwirtschaft an Normen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nach Angaben der Ministerin entwickelt ihr Land derzeit mit OECD-Partnern die technische Basis für den automatischen Informationsaustausch. Diese werde im kommenden Jahr bereit sein, sagte Widmer-Schlumpf bei einem Vortrag in Genf vor Finanzexperten. Danach würden die politischen Verhandlungen über die Umsetzung starten.

Schlagworte zum Thema:  Schweiz, Bankgeheimnis, Besteuerung, Steuern, Nachgelagerte Besteuerung, DBA Schweiz

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