06.12.2011 | Steuern & Finanzen

Vorsicht: Umsatzgrenzen 2011 im Auge behalten

Unternehmer sollten bereits heute einen Schnitt machen und ihre Umsätze für 2011 ermitteln. Ziel ist es, die Umsatzgrenzen 2011 so zu beeinflussen, dass sie nicht über 500.000 Euro oder 61.356 Euro klettern. Wer diese Mission bis zum Jahresende erfüllt, dem winken steuerliche Erleichterungen.

Umsatzgrenze von 61.356 garantiert Vorsteuerpauschalierung

Bei nichtbuchführungspflichtigen Kleinstunternehmern oder Nebenberufsselbständigen garantiert ein Umsatz in 2011 von nicht mehr als 61.356 Euro, dass sie im Jahr 2012 von der Vorsteuerpauschalierung profitieren. Sie erhalten 2012 auf Antrag Vorsteuer nach einem bestimmten Prozentsatz erstattet, selbst dann wenn weniger Vorsteuern oder gar keine angefallen sind (§§ 69, 70 Umsatzsteuerdurchführungsverordnung). Einzige Einschränkung: Die Vorsteuer-Pauschalierung greift nur für bestimmte in der Anlage zu §§ 69 und 70 UStDV aufgeführte Branchen.

Mit Umsatzgrenze von 500.000 Euro doppelt punkten

Wird die Umsatzgrenze von 500.000 Euro nicht überschritten, winken zwei unterschiedliche Steuervergünstigungen.

  • Einnahmen-Überschussrechnung:Wird im Jahr 2011 die Umsatzgrenze von 500.000 Euro nicht überschritten und gleichzeitig klettern die Gewinne nicht über 50.000 Euro, darf der Gewinn auch in den Folgejahren nach der einfachen Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt werden. Bei Überschreitung von einer dieser beiden Höchstgrenzen droht ein Wechsel zur Bilanzierung.
  • Ist-Versteuerung: Liegt der Umsatz 2011 bei maximal 500.000 Euro, müssen gewerbliche Unternehmer im Jahr 2012 die Umsatzsteuer aus ihren Ausgangsrechnungen nach der Ist-Versteuerung erst ans Finanzamt abführen, wenn der Kunde die Rechnung beglichen hat und nicht bereits nach Ausführung des Umsatzes. Das bringt erhebliche Liquiditätsvorteile, weil bei der Ist-Versteuerung die Umsatzsteuer nicht vorfinanziert werden muss, bis der Kunde endlich bezahlt.

Strategie: Unternehmer sollten also bereits heute nachrechnen und für die letzten Wochen des Jahres kalkulieren, wie nah ihre Umsätze für 2011 bereits an diesen beiden Höchstgrenzen liegen. Bei nur knapper Überschreitung sollten Umsätze besser erst im Jahr 2012 abgerechnet bzw. ausführt werden.

Aufgepasst: Unternehmer, die ihre Unternehmen im Laufe des Jahres 2011 gegründet haben, müssen anders rechnen. Das Finanzamt rechnet ihren Umsatz auf 12 Monate hoch. Konkret: Gründung im August 2011 mit Umsätzen von August bis Dezember von 350.000 Euro bedeutet einen Jahresumsatz von 840.000 Euro (350.000 Euro x 12/5).

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