| Gesetzliche Obergrenze

Verbraucherminister wollen Dispo-Zinsen begrenzen

Wer sein Konto überzieht, wird kräftig zur Kasse gebeten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Mehrere Bundesländer wollen eine gesetzliche Obergrenze für Dispo-Zinsen. Ein entsprechender Antrag soll auf der Konferenz der Verbraucherschutzminister in Hamburg beraten werden.

"Wir wollen auf der Verbraucherschutzministerkonferenz die Bundesregierung auffordern, eine gesetzliche Deckelung der Zinsen für Dispositions- und Überziehungskredite einzuführen», sagte der nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministers Johannes Remmel (Grüne). Die Bundesregierung solle eine Obergrenze auf Basis des Drei-Monats-Euribor-Zinssatzes plus einem noch nicht näher bestimmten Prozentsatz festlegen.

Der Markt funktioniert nicht 

Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Dispozinsen überhöht seien und Zinssenkungen nicht an die Verbraucher weitergegeben würden. Der Markt funktioniere in diesem Bereich offenkundig nicht. Nach der derzeitigen Gesetzeslage könne zudem erst ein Zinssatz über 20 Prozent (basierend auf dem Zinsniveau im Februar 2012) als Wucherzins angegriffen werden. Dies sei zum Schutz der Verbraucher unzureichend. Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Anita Tack (Linke) forderte zudem, die Banken müssten bei längeren Überziehungszeiten der Kunden gesetzlich zur Hilfe verpflichtet werden - etwa durch eine Schuldnerberatung oder ein Angebot für einen günstigeren und dauerhaften Kredit.

 

Schlagworte zum Thema:  Dispositionskredit, Dispozinsen, Gesetzentwurf

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