| Umfrage

SEPA-Umstellung ist im Mittelstand angekommen

Die meisten Mittelständler haben auf SEPA umgestellt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mehr als 91 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat zwei Monate vor Fristablauf mittlerweile auf das europäische Zahlungssystem SEPA umgestellt. Allerdings sehen die meisten Firmen laut einer Umfrage darin für sich keinen Vorteil, berichtet die Commerzbank.

Der deutsche Mittelstand ist nach einer Umfrage größtenteils auf das neue europäische Zahlungssystem SEPA vorbereitet. Inzwischen hätten 91,6 Prozent der Betriebe ihre Umstellung von Lastschriften und Überweisungen auf das SEPA-Format mit der internationalen Kontonummer IBAN abgeschlossen, berichtete die Commerzbank in Frankfurt. Weitere acht Prozent gingen davon aus, ihre Systeme fristgerecht zum 1. August umstellen zu können.

"Die Chancen von SEPA sind unentdeckt"

Allerdings sehen laut der Untersuchung der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld im Auftrag der Commerzbank 69 Prozent der Mittelständler bisher keine Vorteile für ihr Unternehmen. "Es ist bedenklich, dass einem Teil der Mittelständler noch immer nicht bewusst ist, was die neuen SEPA-Verfahren überhaupt leisten können", sagte Volker Wittberg, verantwortlicher Leiter der Umfrage. "Die Chancen von SEPA sind unentdeckt." Dabei ist es das erklärte Ziel der Umstellung, dass Überweisungen ins Ausland schneller und billiger werden: Bankgeschäfte sollen über Grenzen hinweg binnen eines Arbeitstages abgewickelt werden können, Auslandsüberweisungen sollen nicht mehr teurer sein als Geldtransfers im Inland. Zudem können Lastschriften künftig auch grenzüberschreitend eingezogen werden.

Beschleunigtes Clearing

"SEPA bietet Chance und Impuls gleichermaßen, den Zahlungsverkehr zu vereinheitlichen und das Clearing zu beschleunigen», sagte Frank-Oliver Wolf, Leiter des Bereichs Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft bei der Mittelstandsbank der Commerzbank. Vom 1. August 2014 an dürfen Kreditinstitute Lastschriften und Überweisungen von Unternehmen und Vereinen in Euro nur noch im SEPA-Format verwenden. Ursprünglich sollte die Frist schon zum 1. Februar 2014 auslaufen. Doch weil die Umstellung nicht überall zügig verlief, hatte die Europäische Union eine weitere Übergangsfrist eingeräumt.

Für Verbraucher gilt längere Frist

Bis Anfang August dürfen Kreditinstitute deshalb von ihren Kunden ausnahmsweise noch Zahlungen im alten Format annehmen. Für Verbraucher gilt eine längere Frist bis zum 1. Februar 2016. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) lag der Anteil der SEPA-Überweisungen an allen in Deutschland aufgegebenen Überweisungen im April bei 86,5 Prozent, nach 58,5 Prozent im Januar. Von allen in Deutschland eingereichten Lastschriften wurden im Monatsdurchschnitt 61,5 Prozent (Januar: 29,37 Prozent) im neuen Format ausgeführt.

 

SEPA steht für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum "Single Euro Payments Area". Er umfasst 33 Länder, darunter die 28 EU-Staaten.

Schlagworte zum Thema:  SEPA, SEPA-Überweisung

Aktuell

Meistgelesen