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Studie: Riester-Rente oft nicht besser als der Sparstrumpf

Die vor zehn Jahren eingeführte Riester-Rente zur ergänzenden Altersvorsorge hat nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die Erwartungen nicht erfüllt. Die DIW-Forscher legten dazu in Kooperation mit der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung eine aus ihrer Sicht "enttäuschende" Zwischenbilanz vor.

Die Riester-Rente zeichne sich durch schlechte Rendite, hohe Gebühren und intransparente Kalkulationsgrundlagen aus. Dennoch raten die Wissenschaftler nicht generell vom Abschluss ab, empfehlen aber fachkundige Beratung. Nötig sei zudem eine grundlegende Reform. "Die Riester-Produkte haben sich seit ihrer Einführung zuungunsten der Sparer entwickelt", kritisierte die DIW-Verbraucherpolitikexpertin Kornelia Hagen. Die Rendite der Riester-Renten sei "oft so schlecht wie beim Sparstrumpf".

Nach Berechnungen des Versicherungsmathematikers und neuen Vorstandschefs des Bundes der Versicherten (BdV), Axel Kleinlein, muss eine heute 35-jährige Frau bei Abschluss eines Riester-Vertrags fast 85 Jahre alt werden, um mit ihren Einzahlungen einschließlich staatlicher Zulagen auf eine Rendite von 2,5 Prozent zu kommen. Um wenigstens Spareinlagen plus Zuschüsse zurückzuerhalten, müsse sie mindestens 77 Jahre werden. Solle gar ein Inflationsausgleich und höhere Zinsen erwirtschaftet werden, müsste die Sparerin 104 Jahre alt werden.

Für das DIW ist die "gesamtgesellschaftliche Rendite" der Riester-Rente völlig unbefriedigend. Kleinlein sagte, die Untersuchungen hätten die Aussage widerlegt, "die Riester-Rente lohnt sich für alle". Bislang hätten auch nur knapp 40 Prozent der Anspruchsberechtigten einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Im unteren Einkommensbereich seien es sogar noch deutlich weniger.

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