02.05.2012 | Top-Thema Steuerberater: Das sollten Unternehmer wissen

Arbeitsteilung und Zusammenarbeit mit dem Steuerberater

Kapitel
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Je besser Sie mit Ihrem Steuerberater zusammenarbeiten, umso mehr lohnt sich der Experte für Sie. Wenn Sie beispielsweise einen Teil der Buchhaltung selbst erledigen, hat Ihr Steuerberater mehr Zeit für die wirklich kniffligen steuerlichen Fragen. Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie noch effizienter mit Ihrem Steuerberater zusammenarbeiten.

Zunächst einmal sollten Sie erfassen, was Ihr Steuerberater für das Unternehmen tut. Typische Leistungen sind die Erstellung von Umsatzsteuervoranmeldungen, die Lohnbuchhaltung, der Jahresabschluss oder steuerliche Einzelfragen. Analysieren Sie anschließend gemeinsam mit Ihrem Steuerberater, welche Gebühren er für die jeweiligen Leistungen abrechnet. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater offen über diese Punkte:

  • Lassen Sie sich von Ihrem Steuerberater erklären, wie die einzelnen Rechnungspositionen entstehen und welche Arbeit sich dahinter verbirgt.
  • Fragen Sie ihn, wie Sie Ihre Unterlagen vorbereiten müssen, damit sein Zeitaufwand und damit der Rechnungsbetrag sinkt.
  • Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Steuerberater, welche Arbeiten Sie selbst übernehmen können.
  • Klären Sie, ob Ihre Buchhaltungssoftware mit den Programmen Ihres Steuerberaters kompatibel ist.
  • Bitten Sie Ihren Steuerberater um eine Vergleichsrechnung, die verdeutlicht, ob Sie mit einer Pauschalvereinbarung günstiger liegen als mit Einzelabrechnungen.

Sie können Ihren Steuerberater entlasten, indem Sie einige Routinetätigkeiten selbst übernehmen oder an jemanden auslagern (z.B. einen geprüften Buchhalter). Die Folge: Ihr Steuerberater spart Zeit und Sie selbst unnötige Kosten. Das können Sie konkret tun:

  1. Vorsortieren von Belegen. Sortieren Sie Ein- und Ausgangsrechnungen in Absprache mit Ihrem Steuerberater nach dessen Bedürfnissen (zum Beispiel nach Datum, Sachkonten, Rechnungsnummer etc.).
  2. Zahlungsvorgänge selbst buchen. Dank günstiger Software-Lösungen können Sie beispielsweise Zahlungsvorgänge schnell und einfach selbst im Unternehmen buchen.
  3. Umsatzsteuervoranmeldung allein erledigen. Umsatzsteuervoranmeldungen sind kein Hexenwerk. Mit der Elster-Software, die das Finanzamt kostenlos zur Verfügung stellt, können Sie die Umsatzsteuervoranmeldung problemlos allein bewältigen.
  4. Betriebsinterne Gehaltsabrechnung. Erledigen Sie die laufende Lohnabrechnung, die Meldung der Sozialversicherungsbeiträge und die Erstattungsanträge für Lohnfortzahlung betriebsintern.
  5. Pauschalvereinbarung abschließen. Auch bei den beratenden Tätigkeiten Ihres Steuerberaters können Sie Geld sparen. Nutzen Sie die Möglichkeit, mit Ihrem Steuerberater Pauschalvereinbarungen für die vielen kleinen Anfragen und Beratungsleistungen abzuschließen, die in der täglichen betrieblichen Praxis anfallen. Das erspart Ihnen unschöne Überraschungen bei der Höhe der Honorarforderung.

Wenn Sie sich mit dem Steuerberater auf ein Modell zur Arbeitsteilung geeinigt haben, sollten Sie alle Absprachen schriftlich festhalten. Gleiches gilt für Honorarvereinbarungen, vor allem bei Pauschalen. Einige Tipps zum Thema:

  1. Bei Honorarvereinbarungen sollten Sie immer darauf achten, dass Leistungsumfang und Honorarrahmen schriftlich festgelegt werden. So sind die Steuerberaterkosten stets übersichtlich, kalkulierbar und transparent.
  2. Kostencheck nicht vergessen. Sowohl bei der Lohnabrechnung als auch bei der Buchhaltung müssen Sie die Kosten für interne/externe Mitarbeiter und Software den Steuerberaterkosten gegenüberstellen. Erfahrungswerte zeigen, dass die Kosten für kleinere Betriebe bei der Lohnabrechnung häufig ähnlich hoch sind wie die Honorarforderung des Steuerberaters, während sich bei den Buchhaltungstätigkeiten oft deutliche Einsparungen erzielen lassen.
  3. Achtung bei Pauschalen. Die Steuerberatergebührenverordnung bietet die Möglichkeit der Pauschalvereinbarung anstelle der Einzelabrechnung ausdrücklich an. Wichtig: Eine Pauschalvergütung muss schriftlich für einen Zeitraum von einem Jahr abgeschlossen werden und ist nur auf laufend auszuführende Tätigkeiten wie Buchhaltung, Steuererklärungen und Beratung anzuwenden. Es handelt sich hierbei nicht um eine eigenständige Gebührenart, sondern lediglich um eine Vereinfachungsregelung.
  4. Nutzen Sie den Experten für die Kür. Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen oder Liquiditätsplan können Sie effizient selbst erledigen. Wenn es dann allerdings um das Erstellen des Jahresabschlusses und das Ausnutzen steuerlicher Gestaltungsspielräume und Wahlmöglichkeiten geht, ist der Experte gefragt. Nur der Steuerberater hat die sich ständig ändernden Steuernormen und die Finanzrechtsprechung im Blick und kann Vor- und Nachteile individuell abschätzen und das für Sie beste Ergebnis herausholen.

Schlagworte zum Thema:  Steuerberater, Finanzamt, Steuer

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