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Sparkassenverband setzt auf NFC-Bezahldienste

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) beschleinigt die Einführung von NFC-Bezahldiensten. Innerhalb der kommenden zwei Jahre will der Verband den Großteil der 45 Millionen EC-Karten austauschen.

Near Field Communication, kurz NFC, ist eine drahtlose Übertragungstechnik, die zum kontaktlosen Datenaustausch zwischen Geräten mit nur wenigen Zentimetern Abstand dient. NFC-Verfahren können etwa auf Handys, Smartphones oder in Verbindung mit einem NFC-Chip eingesetzt werden. Ursprünglich wollte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) EC-Karten mit NFC-Chips erst bis Ende 2015 einführen. Mit der Vorverlegung der Einführung auf die nächsten zwei Jahre will der DSGV Handyanbietern zuvorkommen, die an bankunabhängigen Lösungen arbeiten.

NFC-Chip für die EC-Karte

Ab Frühjahr 2012 soll es bereits vielen Sparkassenkunden möglich sein, ihre EC-Karte an ein Lesegerät zu halten, um einen Betrag von ihrem Konto abzubuchen. Bis zu einem Betrag von 20 Euro wird der Kunde keine PIN eingeben müssen. Der NFC-Chip der EC-Karte wird sich wie eine Geldkarte am Automaten aufladen lassen. Zudem soll es die Möglichkeit geben, per PIN-Abfrage auch größere Beträge direkt vom Girokonto abzubuchen.

EC-und Kreditkartenkonkurrenz von den Telekommunikationskonzernen

Erster Partner der deutschen Sparkassen ist Edeka, mittlerweile sind Unternehmen wie Douglas und dm sowie eine große Tankstellenkette mit dabei. Die Banken müssen sich im Bereich des Zahlungsverkehrs gegen neue Mitbewerber wie Internet- und Telekommunkationskonzerne wehren, die mit digitalen Geldbörsen auf NFC-Basis in den Markt drängen. Lösungen wie Google Wallet oder Mobile Wallet der Deutschen Telekom ermöglichen das bargeldlose Bezahlen per Handy und könnten EC- und Kreditkarten auf lange Sicht überflüssig machen.

NFC-fähige Geräte fehlen

Noch mangelt es an kompatiblen Geräten: eines der ersten ist Googles Android-Handy Nexus S. Samsung will seine Smartphone-Reihe Wave mit einem Upgrade auf Bada 2.0 NFC-fähig machen. Auch Nokia hat angekündigt, seine Symbian-Geräte künftig mit der Nahfunktechnik auszustatten. NFC-fähige Handys allein sind freilich zu wenig: Um die Technik einsetzen zu können, braucht es auch entsprechende Lesegeräte, an denen bezahlt werden kann.

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