10.04.2014 | Top-Thema So bekommen Sie Ihre Gemeinkosten in den Griff

5. Wie Firmen zu mehr Geld kommen

Kapitel
Auch bei der Fahrzeugflotte sind meist Einsparungen möglich.
Bild: Michael Bamberger

Es gibt viele Stellschrauben zur Kostenoptimierung. Auf Grundlage der Analyse wird die Strategie erarbeitet, die den größtmöglichen Erfolg verspricht. Nachfolgend einige Beispiele aus der Praxis .

Geringere Kosten durch weniger Lieferanten

Ein Chemieunternehmen nahm unter anderem gezielt die Reisekosten und das Büromaterial ins Visier. Einsparungen ohne Qualitätseinbußen zu erzielen, lautete die Aufgabenstellung an das Projektteam der Beratungsgesellschaft Expense Reduction Analysts. Bei den Reisekosten lag der Schwerpunkt der Ausgaben bei den Flugkosten, gefolgt von Aufwendungen für Hotels, Bahnfahrten und Services. Allerdings wurden diese Leistungen bei verschiedenen Dienstleistern gebucht. Die Bündelung auf einen einzigen Anbieter ermöglichte Einsparungen von 24 Prozent. Beim Büromaterial hatte fast jedes Firmensegment eigene Lieferanten. Der Abschluss eines Rahmenvertrages mit nur einem Partner brachte insgesamt um 36 Prozent günstigere Einkaufskonditionen. Ein weiteres Chemieunternehmen reduzierte die Entsorgungskosten, die pro Jahr mit 157.000 Euro zu Buche schlugen, um 30 Prozent. Möglich wurde dies vor allem durch eine Umstellung von sechs Dienstleistern auf nunmehr einen Hauptentsorger und eine Verbesserung der Betriebsabläufe.

Günstigere Angebote durch neue Ausschreibungen

Ein Automobilzulieferer konnte seine Aufwendungen für Sicherheitsdienste und den Werkschutz allein dadurch um 10 Prozent senken, dass der Aufgabenbereich im Rahmen einer Neuausschreibung umstrukturiert wurde. Zum Zug kam der bisherige Auftragnehmer, der aufgrund der neuen Vorgaben ein leistungsfähigeres Angebot abgab. Jährlich rund 43.000 Euro sparte ein Reparaturwerk für Großfahrzeuge bei der Beschaffung der Flüssiggase Propan, Stickstoff und Sauerstoff sowie für die Mietflaschen ein. Auch hier machte der bisherige – erfahrene – Lieferant das wirtschaftlichste Angebot; er hatte inzwischen in der Nähe eine Produktionsstätte aufgebaut und konnte die anfallenden Transportkosten an seinen Kunden weitergeben.

Gewinn durch Outsourcing

Mit 45 firmeneigenen Pkw sorgte ein großer Spezialmaschinenbauer für die Mobilität seiner leitenden Mitarbeiter. Einem Fahrzeugneuwert von 1,3 Millionen Euro standen ein aktueller Buchwert von rund 500.000 Euro und jährliche Kosten aus Finanzierung, Service, Reparaturen, Versicherungen und Steuern sowie einem erheblichen internen Verwaltungsaufwand gegenüber. Nach Umstellung auf einen Leasingpark wurden Einsparungen von jährlich 100.000 Euro beziehungsweise 20 Prozent erzielt. Der einmalige Buchungsverlust durch den Verkauf der bisherigen Fahrzeuge lag deutlich unter den Kostenvorteilen. Hinzu kam ein Gewinn an Management-Zeit, da die Verwaltung, zum Beispiel das Tank- und Schadensmanagement oder die Auswertung der Fuhrparkdaten, nunmehr in einer Hand liegt und die Bereitstellung der Fahrzeuge firmenweit verbindlich geregelt ist.

Schlagworte zum Thema:  Kostensteuerung, Kostensenkung, Kostenanalyse, Kostenrechnung

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