10.04.2014 | Top-Thema So bekommen Sie Ihre Gemeinkosten in den Griff

3. Wenn sparen teuer zu stehen kommt

Kapitel
Auch im Facility Management liegt Kostenpotenzial.
Bild: HOCHTIEF AG

Viele Unternehmen sparen nach der "Rasenmähermethode". Wartungsintervalle an technischen Anlagen werden willkürlich gekürzt oder Betriebsräume nur noch halb so oft gereinigt. Das kann Folgen haben.

Oder aber es kommen Billiganbieter zum Zug. Etwa Hausmeisterservices, die im Besitz einer Bohnermaschine sind, und „Facility-Management“-Dienste offerieren. Die Folgen reichen von Störungen an Klima- oder Heizungsanlagen bis hin zu Gebäudeschäden. Bis zu mehreren Tausend Euro berechnen zum Beispiel deutsche Feuerwehren denjenigen Unternehmen, deren Feuermelder in Folge mangelhafter Instandhaltung einen Fehlalarm und damit einen unnötigen Einsatz ausgelöst haben.

Bei den Reisekosten wird gerne gespart

Finanzabteilungen setzen den Rotstift auch gern bei den Reisekosten an. Business-Class-Flüge stehen ganz oben auf der Streichliste. Die Umstellung auf die unbequeme Holzklasse kann allerdings einen unerwünschten Nebeneffekt haben. Vertriebsleute kommen unausgeschlafen zum Kunden kommen und vermasseln die Präsentation. Die Hau-Ruck-Methode hat ein unrühmliches Vorbild. Schon bei den Materialkosten hatte sich die „Bitte“ an Lieferanten, die Preise um einen bestimmten Prozentsatz zu senken, nicht immer bewährt. Das machte sich zunächst bei der Qualität bemerkbar. In der Automobilindustrie reihten sich teure Rückrufaktionen aneinander. Als schließlich wichtige Lieferanten in Schieflage geraten waren, mussten teure Stützungsaktionen eingeleitet werden, um den Nachschub zu sichern.

Oft werden individuelle Leistungen benötigt

„Ein neuer Lieferant für Papier und Bleistifte ist sicherlich schnell gefunden. Beim Fuhrpark, in der Logistik oder im Facility-Management müssen die Leistungen jedoch individuell auf das Unternehmen zugeschnitten werden“, so Dr. Arnd Halbach, Geschäftsführer von Expense Reduction Analysts, eines auf Gemeinkostenoptimierung spezialisierten Beratungsunternehmens. Sogar Schmier- und Hilfsstoffe bedürften oft einer auf bestimmte Maschinen und Prozesse abgestimmten Zusammensetzung. Ein plötzlicher Ausfall der Lieferungen könne ganze Produktionszweige zum Erliegen bringen.

Wirkliche Kostentreiber oft unentdeckt

„Viele Manager starten ihre Gemeinkosen-Sparprogramme allerdings viel zu spät, etwa wenn Liquidität und Ertrag akut bedroht sind. Dann wird in der Hektik statt systematisch am falschen Ende gekürzt“, benennt Halbach eine der Hauptursachen. Während Einkäufer mit Büromateriallieferanten oder Kurierdiensten um jeden Cent feilschen, bleiben die wirklichen Kostentreiber oft unentdeckt. Bei Telekommunikationsunternehmen etwa liegt der Anteil des Marketings bei rund 20 Prozent, im Maschinenbau bei nur rund fünf Prozent. Die Kosten des Facility-Managements schlagen bei produzierenden Unternehmen mit rund 15 Prozent des Gesamtaufwandes zu Buche. „Erst aus einer Analyse und Gewichtung der Kostenblöcke lassen sich die möglichen Auswirkungen von Einsparungen auf die Gesamtrentabilität ermitteln“, so der Experte von Expense Reduction Analysts.

Schlagworte zum Thema:  Kostensteuerung, Kostensenkung, Kostenanalyse, Kostenrechnung

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