02.11.2011 | Steuern & Finanzen

Schärfere Regeln für den "Grauen Kapitalmarkt"

Anleger sollen besser vor unseriösen Angeboten am "Grauen Kapitalmarkt" geschützt werden. Mit diesem Ziel verabschiedete der Bundestag strengere Regeln für diesen bisher kaum regulierten Finanzmarkt sowie für die etwa 80.000 Vermittler solcher Geldanlagen. Künftig sollen auch hier Aufsichtsregeln gelten, die im regulierten Bereich längst Standard sind.

Auf dem "Grauen Kapitalmarkt" - einem provisionsgetriebenen Sektor der freien Vermittler - entstehen Schätzungen zufolge jährliche Schäden von bis zu 30 Milliarden Euro durch unseriöse Angebote.

Berufshaftpflicht für Vermittler

Künftig müssen die Vermittler Beratungsgespräche protokollieren und ihre Provisionen offenlegen. Zudem müssen die Anleger eine Art Beipackzettel erhalten, der verständlich über alle Kosten, Risiken und Chancen informiert. Freie Vermittler müssen nach dem Parlamentsbeschluss in Zukunft eine Prüfung ablegen sowie eine Berufshaftpflicht-Versicherung nachweisen. Darüber hinaus können die Verkäufer riskanter Anlagen noch bis zu zehn Jahre nach dem Geschäft juristisch belangt werden. Die bisherigen kurzen Verjährungsfristen wurden vom Bundestag abgeschafft.

Opposition nicht zufrieden

"Das neue Gesetz stellt strenge Anforderungen sowohl an die Produkte als auch an die Vermittler auf diesem Markt und bringt damit Licht ins Dunkel", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Die Opposition hält die Maßnahmen allerdings für nicht ausreichend. Der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling warf der Koalition vor: "Sie wollen den Grauen Kapitalmarkt gerne Grau lassen."

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