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Sanierung kommt vor Abwicklung

Der Bundestag hat eine Reform des Insolvenzrechts verabschiedet, die die Sanierung von in Schieflage geratenen Unternehmen erleichtern soll. Gläubiger erhalten in Zukunft mehr Rechte, vor allem bei der Auswahl des Insolvenzverwalters. Im Gegenzug wird es dem Eigentümer erleichtert, seinen Betrieb trotz einer Überschuldung in Eigenregie weiterzuführen.

Der rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Christian Ahrendt, sprach bei der abschließenden Parlamentsdebatte von einem Paradigmenwechsel, der die Zahl der Sanierungen erhöhen soll.

Gläubigerausschuss wählt Insolvenzverwalter

Künftig wird bereits frühzeitig ein vorläufiger Gläubigerausschuss eingesetzt, der bei der Auswahl des Insolvenzverwalters ein entscheidendes Wort mitzureden hat. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße ist das Gericht sogar an die Entscheidung der Gläubiger gebunden, wenn sich der Ausschuss einstimmig für einen bestimmten Insolvenzverwalter ausgesprochen hat.

Chancen auf Rettung erhöhen

Gleichzeitig soll die Fortführung von sanierungsfähigen Betrieben erleichtert werden. Ein Firmeninhaber erhält bei einer drohenden Zahlungsunfähigkeit die Möglichkeit, im Rahmen eines «Schutzschirm-Verfahrens» eigenständig einen Sanierungsplan auszuarbeiten - wenn auch unter der Aufsicht eines Sachwalters. Dadurch soll der Unternehmer animiert werden, bei Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig ein Insolvenzverfahren zu beantragen, um so die Chancen auf eine Rettung zu erhöhen.

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