17.11.2011 | Steuern & Finanzen

Rentenbeitrag sinkt: 2,6 Milliarden Euro Entlastung

Die reichlich sprudelnden Beitragseinnahmen der Rentenkassen kommen jetzt auch Arbeitnehmern und Arbeitgebern zugute: Der Beitragssatz sinkt im kommenden Jahr von 19,9 auf 19,6 Prozent. Das hat das Bundeskabinett beschlossen.

Einem Arbeitnehmer mit einem Durchschnittsverdienst von 2.500 Euro bringt dies eine Entlastung von monatlich 3,75 Euro. Unterm Strich werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber um jeweils 1,3 Milliarden Euro im Jahr entlastet.

Auch kommendes Jahr Rentensteigerung

Von der derzeit guten Entwicklung dürften auch die gut 20 Millionen Rentner profitieren. Denn die Zeichen für eine merkliche Rentensteigerung Mitte kommenden Jahres stehen gut. Sie können auf einen Aufschlag zwischen 2,3 Prozent im Westen und 3,2 Prozent im Osten hoffen.

"Eiserne Reserve" 1,4 Monatsbeiträge

Möglich wird die Beitragssenkung durch den andauernden Beschäftigungsboom, der die Rücklagen der Rentenkasse zuletzt stark anschwellen ließ. Ende des Jahres wird diese "eiserne Reserve" voraussichtlich 1,4 Monatsausgaben betragen. Übersteigt sie den Wert von 1,5 Monatsausgaben, muss der Beitragssatz gesenkt werden. Damit ist 2012 zu rechnen.

Bundesarbeitsministerin zufrieden

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich zufrieden: «Die Rentenversicherung ist demografie- und zukunftsfest, die Rentenfinanzen sind stabil», sagte sie nach der Kabinettssitzung. Sie freue sich, "dass wir nun mit der Beitragssatzsenkung im kommenden Jahr nicht nur die arbeitende Generation entlasten können, sondern zugleich die Rentnerinnen und Rentner von der guten Entwicklung profitieren".

Gutverdiener profitieren nicht

Wie hoch die Rentenerhöhung 2012 tatsächlich ausfällt, steht aber erst im kommenden Frühjahr fest. Erst dann liegen die für die Berechnung notwendigen Daten der diesjährigen Lohnentwicklung vor.

Nicht profitieren werden von der Senkung des Beitragssatzes Gutverdiener im Westen mit einem Einkommen von mehr als 5.500 Euro monatlich. Sie müssen - zusammen mit den Arbeitgebern - wegen der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze auf 5.600 Euro sogar geringfügig mehr in die Rentenversicherung einzahlen.

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