03.06.2013 | Privatvermögen

Deutschlands Millionäre nur auf Platz sieben

Gut laufende Aktienmärkte haben die wohlhabenden Europäer im vergangenen Jahr reicher gemacht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Schuldenkrise hin, wirtschaftliche Probleme her: Das Privatvermögen in Westeuropa wächst laut einer Studie. Auch die Zahl der Millionäre nimmt zu. Grund sind die gut laufenden Aktienmärkte.

Trotz der weiterhin brodelnden Schuldenkrise sind die Menschen in Westeuropa reicher geworden. Das zumindest hat die Beratungsgesellschaft Boston Consulting in ihrer jährlichen Studie "Global Wealth" errechnet. Demnach wuchs das Privatvermögen in der Region im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 35,8 Billionen Dollar. Das sind nach heutigen Wechselkursen umgerechnet 27,7 Billionen Euro. "Das kommt vor allem durch die gut laufenden Aktienmärkte", sagte Experte Daniel Kessler bei der Vorstellung der Studie in New York. Auch Bargeld oder Anleihen flossen in die Berechnung mit ein, nicht aber Immobilien.

362.000 Haushalte mit mehr als einer Million Euro 

Noch im Jahr 2011 hatten die Märkte und damit die Privatvermögen merklich unter den Wirren der Schuldenkrise gelitten. Deutschland schnitt aber bereits damals besser ab als viele Nachbarn und konnte auch jetzt beim Vermögen überdurchschnittlich zulegen - um 6,2 Prozent. Insgesamt saßen die Deutschen laut Boston Consultion auf 5,2 Billionen Euro. Boston Consulting zählte alleine in Deutschland 362.000 Haushalte mit einem Privatvermögen von einer Million Dollar oder mehr. Im Jahr 2011 waren es auf vergleichbarer Basis erst 331.000. Deutschland belegt damit unter den Nationen den siebten Rang. In Europa gibt es nur in Großbritannien und der Schweiz mehr Reiche. Weltweit führen die USA die Rangliste mit weitem Vorsprung an (5,9 Millionen) vor Japan (1,5 Millionen) und China (1,3 Millionen).

Keine massive Umverteilung 

Die Wohlhabenden hätten kräftiger zugelegt als der Mittelstand, erläuterte Kessler. "Die Differenz ist aber nicht so groß, dass man sagen könnte, dass eine massive Umverteilung der Vermögen in Europa zu sehen wäre." Weltweit gesehen stieg das Vermögen im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent auf 135,5 Billionen Dollar und damit deutlich stärker als im Jahr 2011. "Asien-Pazifik ist der Treiber", erklärte der zuständige Experte Federico Burgoni. "Und das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben." Bis zum Jahr 2017 dürfte die Boomregion mit ihrem Schwergewicht China sogar Nordamerika in Sachen Vermögen überholt haben, schätzen die Berater.

Welt der zwei Geschwindigkeiten 

Wie groß die Kluft beim Vermögenswachstum zwischen den einzelnen Weltregionen ist, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr: So konnten die Asiaten um 13,8 Prozent auf 28,0 Billionen Dollar zulegen. Japan ist dabei nicht eingerechnet. Dagegen legten selbst die wirtschaftlich solide dastehenden Nordamerikaner "nur" um 7,8 Prozent auf 43,3 Billionen Dollar zu. "Wir befinden uns in einer Welt der zwei Geschwindigkeiten", sagte Kessler. "Die neue Welt wächst schneller als die alte Welt."

Wo auf der Welt das Geld sitzt

Die Beratungsgesellschaft Boston Consulting hat in ihrer Studie "Global Wealth" zusammengetragen, wie hoch im Jahr
2012 das gesamte Privatvermögen in den Weltregionen war (in US-Dollar, Vergleich zu 2011 auf Basis gleicher Methodik und gleicher
Wechselkurse):

1. Nordamerika 43,3 Billionen (+ 7,8 Prozent)
2. Westeuropa 35,8 Billionen (+ 5,2 Prozent)
3. Asien/Pazifik (ohne Japan) 28,0 Billionen (+ 13,8 Prozent)
4. Japan 17,2 Billionen (+ 2,4 Prozent)
5. Naher Osten und Afrika 4,8 Billionen (+ 9,1 Prozent)
6. Lateinamerika 3,9 Billionen (+ 10,5 Prozent)
7. Osteuropa 2,3 Billionen (+ 13,2 Prozent)

Weltweit 135,5 Billionen (+ 7,8 Prozent)

Wo auf der Welt die meisten Millionäre sitzen

Ländern mit den meisten Haushalten, die eine Million Dollar und mehr als investierbares Vermögen besitzen (in Tausend, Vergleich zu 2011 auf Basis gleicher Methodik und gleicher Wechselkurse):

1. USA 5876 (5419)
2. Japan 1460 (1391)
3. China 1304 (1039)
4. Großbritannien 509 (463)
5. Schweiz 395 (344)
6. Kanada 373 (342)
7. Deutschland 362 (331)
8. Taiwan 312 (297)
9. Italien 274 (272)
10. Frankreich 256 (229)

Weltweit 13829 (12584)

Schlagworte zum Thema:  Privatvermögen, Geldanlage, Aktienkapital, Aktienkurs, Studie

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