| Nach Zeitungsbericht

Wirbel um WestLB-Töchter in Steueroasen

Die inzwischen zerschlagene Landesbank WestLB soll Geschäfte in Steueroasen getätigt haben.
Bild: Landtag NRW

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Walter-Borjans hat Steuersündern den Kampf angesagt. Jetzt sorgt ein Zeitungsbericht über Töchter der nordrhein-westfälischen Landesbank WestLB in Steueroasen für Wirbel.

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) muss angesichts von WestLB-Tochtergesellschaften  in Steueroasen jetzt im eigenen Bundesland für Aufklärung sorgen. Sowohl die Steuer-Gewerkschaft als auch die FDP-Opposition fordern eine Überprüfung. Nordrhein-Westfalen war der größte Einzelaktionär der WestLB AG, die Mitte 2012 nach mehreren Krisen zerschlagen wurde. Die WestLB-Nachfolgerin Portigon gehört dem Land NRW nahezu allein.

Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung  

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft fordert die Steuerfahndung des Landes und die Bankenaufsicht BaFin auf, Aktivitäten der ehemaligen Landesbank in Steueroasen zu überprüfen. "Der Geschäftsbericht und andere Dokumente begründen hinreichend den Verdacht, dass die WestLB Angebote für Steuergestaltungs-Akrobatik unterhalten hat", sagte der Bundesvorsitzende der Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, der "Rheinischen Post". "Das könnte den Tatbestand einer Beihilfe zur Steuerhinterziehung erfüllen", fügte er hinzu.

Portigon: keine steueroptimierten Geldanlagen 

Die Zeitung berichtet über mehrere WestLB-Töcht in Steueroasen, unter anderem auf Jersey und den Kaiman-Inseln. Die "WestLB do Brasil Cayman" und die Portigon AG hätten noch im März  gültige Banklizenzen in dem Inselparadies besessen, berichtete die "RP" unter Berufung auf die Finanzaufsicht der Kaiman-Inseln weiter.  Eine Stellungnahme war von Portigon zunächst nicht zu erhalten. Der Zeitung erklärte Portigon, die WestLB habe auf den Kaiman-Inseln keine "steueroptimierten Geldanlagen" vermittelt. "Die Niederlassung der Portigon AG in Cayman dient der Verbuchung von bestimmten Geschäften, die dort aufsichtsrechtlich günstiger behandelt werden konnten als etwa in New York", zitierte die "RP".

Anfrage an die Landesregierung  

Die FDP-Fraktion im NRW-Landtag greift Walter-Borjans an: "Der Finanzminister führt einen wortgewaltigen Kampf gegen genau die Steueroasen, in denen auch die WestLB und Portigon unter seiner Aufsicht aktiv waren oder sind", sagte Fraktionsvize Ralf Witzel. Der SPD-Politiker müsse erklären, was die Institute dort zu suchen hatten. Er hat eine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Der NRW-Finanzminister erklärte der Zeitung: "Mir liegen weder Informationen über legale noch über illegale Praktiken der WestLB beziehungsweise Portigon im Zusammenhang mit der Umgehung von Steuerzahlungen vor."

Schlagworte zum Thema:  Landesbank, Portigon, Steueroase, Steuerhinterziehung, West LB

Aktuell

Meistgelesen