25.05.2012 | Monatsbericht der Bundesbank

Unternehmen und Haushalte legen mehr auf die hohe Kante

Bild: Haufe Online Redaktion

Das Geldvermögen der privaten Haushalte ist im Jahr 2011 trotz der signifikanten Kursverluste an den Kapitalmärkten gestiegen und lag am Jahresende bei 4.715 Milliarden Euro. Bei Kapitalgesellschaften betrug die Geldvermögensbildung rund 209 Milliarden Euro.

Dies geht aus dem Monatsbericht der Deutschen Bundesbank hervor. Die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte betrug im Jahr 2011 knapp 149 Milliarden Euro (Vorjahr: 154 Milliarden Euro). Damit fiel sie erneut kräftig aus und lag weit über ihrem langjährigen Durchschnitt. Zurückzuführen ist dies unter anderem darauf, dass das verfügbare Einkommen infolge der positiven konjunkturellen Entwicklung sowie der stabilen Arbeitsmarktsituation im Jahr 2011 gestiegen ist und damit die Ausweitung der Geldvermögensbildung begünstigte. 

Im gleichen Zeitraum wurden per saldo Kredite (einschließlich sonstige Verbindlichkeiten) von rund elf Milliarden Euro aufgenommen. Dabei sind vor allem Wohnungsbaukredite signifikant gestiegen, was sich auch in reger Bautätigkeit und steigenden Immobilienpreisen widerspiegelte. Infolgedessen nahm die Verschuldung der privaten Haushalte im Jahr 2011 in absoluter Betrachtung wieder zu und belief sich am Jahresende auf knapp 1.550 Milliarden Euro. Kapitalgesellschaften: Geldvermögensbildung überwog Außenfinanzierung

Unternehmen bei Kreditaufnahme zurückhaltend

Die Geldvermögensbildung der Kapitalgesellschaften (außer Banken) summierte sich im Berichtszeitraum auf rund 209 Milliarden Euro und fiel damit deutlich stärker aus als im Vorjahr (153 Milliarden Euro). Zu dieser positiven Entwicklung dürfte vor allem die robuste Ertrags- und Gewinnsituation bei einem gleichzeitig, auch angesichts der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten, noch verhaltenen Anstieg der Bruttoinvestitionen beigetragen haben. Der Anstieg der Außenfinanzierung fiel mit knapp 190 Milliarden deutlich stärker aus als im Vorjahr (121 Milliarden Euro). Die Hauptfinanzierungsquelle bildete dabei die Kreditaufnahme bei inländischen Nichtbanken (93 Milliarden Euro), darunter vor allem Kredite von verbundenen Unternehmen und Versicherungen. Kredite bei Kreditinstituten wurden im Jahr 2011 zwar auf Jahresbasis getilgt (drei Milliarden Euro), verzeichneten jedoch Zuwächse in der zweiten Jahreshälfte.

Schlagworte zum Thema:  Deutsche Bundesbank, Finanzierung, Geldanlage, Kredit

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