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Liquidität: So bleibt Ihr Unternehmen zahlungsfähig

Wer Rechnungen nicht begleichen kann, ist als Geschäftspartner nicht vertrauenswürdig und wird aussortiert. Deswegen ist selbst ein vorübergehender Liquiditätsengpass so gefährlich. Hier erfahren Sie, was in eine solide Finanzplanung gehört und wie Sie die Liquidität Ihres Unternehmens verbessern.

„Die Liquidität Ihres Unternehmens stimmt, wenn der Betriebsprüfer Sie um einen Kredit bittet." - Dieser Satz trifft einen wichtigen Kern: Wenn Sie über ausreichend liquide Mittel verfügen, haben Sie keinerlei Schwierigkeiten, Geschäftspartner zu finden. Egal ob Sie Aufträge vorfinanzieren, Material einkaufen, oder gute Kreditkonditionen für Investitionen bekommen wollen - all das fällt umso leichter, je mehr Geld Ihnen zur Verfügung steht. Trotzdem ist es nicht sinnvoll, Liquidität im Übermaß zu horten, weil dieses Geld in der Regel kaum Rendite bringt. Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen stets über ausreichende Mittel verfügen, um das operative Geschäft nicht zu gefährden und geplante Investitionen bezahlen zu können. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, einen schnell verfügbaren Puffer für unvorhergesehene Ereignisse (z.B. Schaden an einer wichtigen Maschine) bereit zu halten. Deshalb sollten Sie einen Liquiditätsplan (=> Hier geht's zum Gratis-Download) aufstellen. Ziel ist die Ertragsmaximierung bei Aufrechterhaltung der Liquidität und die Minimierung der Finanzierungskosten.

Bei der Liquiditätsplanung sind folgende Punkte wichtig:

  • Absatz- und Umsatzplanung, am besten dynamisch angelegt als Plan/Ist-Vergleich
  • Produktions- und Lagerkosten
  • Personalausgaben
  • Investitions- und Desinvestitionsplan
  • Eigene Verbindlichkeiten
  • Offene Forderungen
  • Sachvermögen
  • Vermietung/Verpachtung

=> Praxistipp: Überlegen Sie genau, welche der genannten Punkte für Ihr Unternehmen wichtig sind. Grundsätzlich gilt: Je kleiner der Betrieb, desto übersichtlicher die Finanzflussrechnung. In kleinen Unternehmen kann bereits eine Einnahmen-/Ausgabenrechnung ausreichend sein. In jedem Fall sollte die Aufstellung einen Plan/Ist-Vergleich beinhalten, der ständig angepasst wird. Auf diese Weise haben Sie alle wichtigen Informationen zur Zahlungskraft Ihres Unternehmens immer zur Hand.

Fünf Tipps, wie Sie die Liquidität Ihres Unternehmens verbessern können:

  • Prüfen Sie bei jeder Investition, ob sie strategisch sinnvoll ist, um Ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Wenn etwa der Kauf einer Maschine zuviel Kapital bindet, prüfen sie Alternativen zum Kauf (z.B. Leasing); prüfen Sie gezielt die Möglichkeit von Desinvestitionen
  • Halten Sie den Lagerbestand so gering wie möglich (Idealfall: Just-In-Time-Lieferung)
  • Treiben Sie Forderungen konsequent und unverzüglich ein (Forderungsmanagement betreiben!)
  • Stellen Sie Rechnungen sofort aus, dann erhalten Sie Ihr Geld schneller
  • Kalkulieren Sie Zahlungsverzug bei Ihren Kunden, Absatzschwankungen oder Verzögerungen bei Investitionen ein

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