16.07.2014 | Investment

Finanzinvestoren setzen auf den Standort Deutschland

"Made in Germany" hat Konjunktur.
Bild: MEV-Verlag, Germany

"Made in Germany" hat derzeit Konjunktur: Finanzinvestoren haben sich im ersten Halbjahr bei 58 deutschen Unternehmen eingekauft. Die Zahl der Transaktionen stieg damit nach einer Untersuchung von Ernst & Young auf den höchsten Wert seit 2008.

Der Standort Deutschland ist bei Finanzinvestoren wieder beliebter. In der ersten Jahreshälfte 2014 haben sie bei 58 Transaktionen Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen in Deutschland für insgesamt 5,6 Milliarden Euro erworben, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Geschäfte damit um sieben Prozent.

Marktgeschehen von kleineren Geschäften geprägt

"Die Zahl der von Finanzinvestoren in Deutschland getätigten Zukäufe hat im ersten Halbjahr den höchsten Wert seit sechs Jahren erreicht", betonte EY-Experte Alexander Kron bei der Vorlage der Analyse zum deutschen Private-Equity-Markt: "Das ist ein Zeichen für die anhaltende Attraktivität des Standorts Deutschland für Investoren." Da das Marktgeschehen im Wesentlichen durch kleinere Geschäfte geprägt war, sank der Wert der Transaktionen im Vorjahresvergleich allerdings deutlich um 40 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Im zweiten Halbjahr 2013 lag das Volumen hingegen bei nur 3,7 Milliarden Euro. Der Wert der Deals überstieg im ersten Halbjahr nach den Angaben nur in zwei Fällen die Marke von einer Milliarde Euro: Das größte Private Equity-Geschäft war der Kauf der Wärmetauscher-Sparte von Gea durch den Finanzinvestor Triton für 1,3 Milliarden Euro. Für die Übernahme des Verpackungsherstellers Mauser legten Clayton, Dubilier & Rice 1,2 Milliarden Euro auf den Tisch.

5,1 Milliarden Euro für die RWE Dea

Dass die Zahl der Private-Equity-Transaktionen nicht stärker stieg, führen die EY-Experten auf die inzwischen recht hohen Kaufpreise zurück. Zum anderen sei das Interesse strategischer Investoren gestiegen, die bei zahlreichen Deals in Konkurrenz zu den Finanzinvestoren treten - und deren Kassen prall gefüllt seien: "Die Bereitschaft, in neue Beteiligungen zu investieren, ist aufseiten der Private Equity Häuser ungebrochen groß - aber nicht um jeden Preis", sagte EY-Partner Wolfgang Taudte. So gehe auch der größte Unternehmenskauf des Jahres auf das Konto eines strategischen Investors: Die LetterOne Group ließ sich die Übernahme der RWE-Öl- und Gasfördertochter RWE Dea AG 5,1 Milliarden Euro kosten.

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