| Investitionsabzugsbetrag

Steuersparlizenz mit Tücken

Mit dem Investitionsabzugsbetrag können Unternehmen Steuer sparend Rücklagen bilden.
Bild: Michael Bamberger

Selbstständigen, die im Jahr 2007 erstmals den Investitionsabzugsbetrag nutzten, droht mit der Steuererklärung 2011 unangenehme Post vom Finanzamt. Sie können aber gegensteuern

Wer die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG erfüllt, hat die Lizenz zum Steuern sparen. Doch bevor die Steuerersparnis tatsächlich in trockenen Tüchern ist, können fünf oder sogar noch mehr Jahre vergehen. Beim Investitionsabzugsbetrag darf ein Unternehmer für Investitionen in den folgenden drei Jahren bereits im Jahr der Planung 40 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten vom Gewinn abziehen.

Betriebliche Nutzung entscheidend

Doch was viele nicht wissen: Wird die Investition realisiert, muss der Gegenstand im Jahr des Kaufs und im Jahr danach mindestens zu 90 Prozent betrieblich genutzt werden. Ist das nicht der Fall oder kann das nicht plausibel nachgewiesen werden, versagt das Finanzamt dem Investitionsabzugsbetrag rückwirkend die Anerkennung. Folge: Es drohen Steuernachzahlungen inklusive Nachzahlungszinsen. Der Ausweg: Gewerbliche Unternehmer können eine Erhöhung ihrer Gewerbesteuerrückstellung in der Bilanz für dieses Altjahr beantragen.

Gewerbesteuerrückstellung lohnt sich nur für 2007

Der Antrag auf eine höhere Gewerbesteuerrückstellung lohnt sich aber nur, wenn der Investitionsabzugsbetrag für das Steuerjahr 2007 rückwirkend gekippt wird. Denn die Gewerbesteuer darf nur noch für das Jahr 2007 als abziehbare Betriebsausgabe den Gewinn mindern. Würde das Finanzamt den Investitionsabzugsbetrag für das Jahr 2008 rückwirkend streichen, könnte der Unternehmer zwar ebenfalls auf eine Rückstellung pochen, doch das würde keine Steuerersparnis bringen. Denn der Aufwand aus der Erhöhung der Gewerbesteuerrückstellung müsste 2008 außerbilanzmäßig wieder hinzugerechnet werden.

Steuernachteile bei Gewerbesteuer vermeiden

Der Abzug des Investitionsabzugsbetrags ist sogar noch vor der eigentlichen Betriebseröffnung erlaubt. Die dabei entstehenden Verluste darf der Selbstständige steuersparend mit Einkünften des Vorjahrs oder des laufenden Steuerjahrs saldieren. Voraussetzung für den Abzug: Es muss eine verbindliche Bestellung für die begünstigten Gegenstände existieren. Akzeptiert das Finanzamt den Abzug des Investitionsabzugsbetrags vor der Selbstständigkeit, gibt es eine Besonderheit zu beachten. Bei der Einkommensteuer ist der Verlust erlaubt, bei der Gewerbesteuer dagegen nicht. Denn bei der Gewerbesteuer fehlt es an einem stehenden Gewerbebetrieb. Im Jahr der Investition muss deshalb die Minderung des Gewinns aus Gewerbebetrieb um diesen bisher gewerbesteuerlich nicht anerkannten Abzugsbetrag für die Ermittlung des Gewerbeertrags beantragt werden.

Günstiger Steuersatz auch für Investitionsabzugsbetrag

Gibt ein Unternehmer seine selbstständige Tätigkeit auf oder verkauft seine Firma, muss ein Aufgabegewinn respektive Aufgabeverlust ermittelt werden. Dieser Gewinn unterliegt bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen im Gegensatz zum laufenden Gewinn einem günstigeren Steuersatz. Doch was passiert, wenn vor Jahren ein Investitionsabzugsbetrag abgezogen wurde? Handelt es sich hierbei um laufenden Gewinn oder um einen begünstigten Aufgabe- oder Veräußerungsgewinn? Es handelt sich tatsächlich um einen begünstigten Gewinn. Voraussetzung ist jedoch, dass bei Abzug des Investitionsabzugsbetrags die Betriebsaufgabe noch nicht geplant war.

Mehr dazu lesen Sie im Beitrag "Steuersparlizenz mt Tücken" in der Ausgabe 07-08/2012 des Unternehmermagazins "ProFirma".

Schlagworte zum Thema:  Investitionsabzugsbetrag, Finanzamt, Steuer

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