12.01.2012 | Steuern & Finanzen

HSBC Trinkaus: Europa vor schwierigem Jahr

Die deutsche Wirtschaft wird im Jahr 2012 leicht, die europäische Wirtschaft stark schrumpfen. Diese Einschätzung vertrat Stefan Schilbe, Chefvolkswirt der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, bei der Vorstellung der Konjunktur- und Kapitalmarktprognose in Frankfurt. Dennoch bleiben aus Sicht der deutschen Tochter der britischen Großbank HSBC Aktienanlagen die erste Wahl. „Die Bewertung ist im langfristigen Vergleich attraktiv“, betonte Christian Heger, Anlagestratege der HSBC Global Asset Management.

Nach Ansicht von Heger sprechen mehrere Gründe für Dividendenpapiere. Neben der günstigen Bewertung sei mit einer konjunkturellen Erholung im Laufe des Jahres auch eine Stabilisierung der Gewinne zu erwarten. Außerdem dürften sich viele Anleger nicht mehr mit den niedrigen Zinsen bei Staatanleihen abfinden und verstärkt nach Alternativen ausschauen. Aus diesem Grund seien Unternehmensanleihen ohnehin die bessere Alternative zu Staatspapieren. Heger rechnet deshalb mit einem Anstieg der Aktienkurse um rund 15 Prozent, der deutsche Aktienindex DAX dürfte trotz zwischenzeitlicher Rückschläge auf rund 7.000 Punkte steigen. Der Anlagestratege empfiehlt Anlegern deshalb, Aktien im Depot stärker zu gewichten.

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Mit Skepsis sieht Heger die derzeitige Diskussion zur möglichen Einführung einer Finanztransaktionsteuer. Sie würde Käufe und Verkäufe von Wertpapieren lediglich verteuern, weil eine solche Steuer von den Banken auf die Anleger abgewälzt werde. Das würde angesichts des niedrigen Zinsniveaus gerade Privatanleger treffen. Auch für aktiv gemanagte Investmentfonds wäre dies lediglich ein zusätzlicher Kostenfaktor.

Der Prognose von Chefvolkswirt Stefan Schilbe zufolge ist die deutsche Wirtschaft im abgelaufenen vierten Quartal 2011 geschrumpft und wird im ersten Quartal 2012 weiter schrumpfen. Für das Gesamtjahr rechnet er trotz einer anschließenden Erholung mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent. Schlimmer dürfte es die anderen Länder Eurozone treffen. Aufgrund der ungünstigen Entwicklung in Ländern wie Italien, Spanien, Portugal und Griechenland geht er von einem Minus von einem Prozent aus. Dagegen rechnet er mit einer langsamen Erholung in den USA.

Trotz der Unsicherheiten im Bankensektor droht nach Ansicht von Schilbe keine Kreditklemme. Zum einen verfügen die Unternehmen solide Bilanzstrukturen. Zum anderen lasse die Kreditvergabe bisher noch keinen Einbruch erkennen und aus dem Unternehmenssektor gebe es Umfragen zufolge auch keine Klagen über eine restriktive Krdeitvergabe. Zwar sei damit zu rechnen, dass die Banken ihre Vergabestandards weiter verschärfen, die Auswirkungen aufs Kreditgeschäft blieben aber überschaubar.

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