30.11.2011 | Steuern & Finanzen

Großanleger misstrauen zunehmend Staatsanleihen

Institutionelle Investoren in Europa sehen ihr größtes Risiko auf Zwölf-Monats-Sicht in der Marktvolatilität, dahinter folgen Kreditrisiken bei Staatsanleihen und mögliche Kurseinbrüche am Aktienmarkt. Das geht aus der halbjährlichen Risk-Monitor-Umfrage von Allianz Global Investors, der Fondsgesellschaft der Allianz,  hervor. Noch vor sechs Monaten rangierten Zinsrisiken an erster Stelle.

Mittlerweile betrachten 89 Prozent der Befragten die hohen Kurs- und Preisschwankungen (Volatilität) als großes oder beträchtliches Risiko. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung. In vergleichbarem Maß nahmen die Sorgen über Staatsanleihen und weiter fallende Aktienmärkte zu.

Auch wenn 80 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass der Euro trotz der aktuellen Probleme überlebt, wird die Staatsschuldenkrise äußerst ernst genommen. Das Vertrauen in den Euro und die Sorge über die Bonität von Staatsanleihen gehen Hand in Hand, wie die Betrachtung auf Länderebene zeigt. Investoren in Italien, Frankreich und Deutschland sind am zuversichtlichsten hinsichtlich des Fortbestands der Gemeinschaftswährung (jeweils mehr als 90 Prozent).

Sie sind aber gleichzeitig besonders beunruhigt über das Risiko von Staatstiteln. Annähernd 64 Prozent der Befragten in Frankreich, 57 Prozent in Italien und 43 Prozent in Deutschland stuften dies als „großes Risiko“ ein. Auf die Frage, welche Änderungen sie im Hinblick auf den Euro am wahrscheinlichsten halten, nannten 42 Prozent der Teilnehmer eine Stärkung der Stabilitätsmechanismen, 19 Prozent die Einführung von Euro-Bonds und elf Prozent eine Fiskalunion. Ein Viertel der Befragten hält hingegen das Auseinanderbrechen der Eurozone für das wahrscheinlichste Szenario.

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